Eine Reise auswärts, Teil 2 - Die Heimat
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- Gwendolin Cad'ell
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Eine Reise auswärts, Teil 2 - Die Heimat
Die Reise war einige Tage lang und Gwendolin tat bereits ihr Hintern weh. Sie war das Reiten auf solche Distanzen nicht mehr gewöhnt, schon gar nicht mit so wenigen Pausen. Auch wenn es schien als würde kein einziger Verdacht auf Ascius fallen, so waren sie doch zügig unterwegs. Gwendolin war immer noch leicht besorgt und hing ihren Gedanken nach während sie durch die salkamaerische Landschaft ritten. Der Frühling ließ alles grünen und blühen, die Luft am morgen war kühl und klar und die Sonnenstrahlen erwärmten den Boden. Ascius schien es soweit gut zu gehen, etwas was Gwendolin doch verwunderte. Sie hätte nicht gedacht, dass er sich besser fühlen würde nach seiner Rache.
Ihr Blick hob sich und ihre kristallblauen Augen wanderten in die Ferne, wo erste Häuser zu sehen waren. Sie deutete nach vorn und sah erleichtert und fröhlich zu Ascius der neben ihr ritt. „Lichtenheim. Wir sind bald da. Das Landsgut Cad’ell liegt auf der anderen Seite, lass uns also durch die Stadt reiten“. Sein Blick wanderte in die Ferne und er nickte lächelnd.
Das Pärchen kam vorbei an Feldern, schönen Gutshöfen bis hin zu den Mauern der doch eher bescheidenen Stadt. Das Holztor der Stadt stand sperrangelweit offen und man konnte schon einen guten Blick hinein werfen. Gwendolin machte halt vorm Tor und stieg vom Pferd ab und Ascius zögerte einen Moment doch tat es ihr dann gleich. Sie seufzte und rieb sich die Oberschenkel. „Das wird noch die nächsten Wochen schmerzen.“, sie sah zu Ascius. „Wir werden nicht umherkommen über den Markplatz zu gehen. Ich hoffe dich stört es nicht so zur Schau gestellt zu werden. Fremde sind in Lichtenheim immer eine Attraktion, besonders wenn sie in Begleitung einer Einheimischen sind. Du musst damit rechnen, dass spätestens morgen ganz Lichtenheim deinen Namen, deine Herkunft und deine Schuhgröße wissen. Aber sorge dich nicht, sie meinen es alle nur gut.“
Sie zwinkerte und schritt durch das Tor, das Pferd an den Zügeln führend.
Ihr Blick hob sich und ihre kristallblauen Augen wanderten in die Ferne, wo erste Häuser zu sehen waren. Sie deutete nach vorn und sah erleichtert und fröhlich zu Ascius der neben ihr ritt. „Lichtenheim. Wir sind bald da. Das Landsgut Cad’ell liegt auf der anderen Seite, lass uns also durch die Stadt reiten“. Sein Blick wanderte in die Ferne und er nickte lächelnd.
Das Pärchen kam vorbei an Feldern, schönen Gutshöfen bis hin zu den Mauern der doch eher bescheidenen Stadt. Das Holztor der Stadt stand sperrangelweit offen und man konnte schon einen guten Blick hinein werfen. Gwendolin machte halt vorm Tor und stieg vom Pferd ab und Ascius zögerte einen Moment doch tat es ihr dann gleich. Sie seufzte und rieb sich die Oberschenkel. „Das wird noch die nächsten Wochen schmerzen.“, sie sah zu Ascius. „Wir werden nicht umherkommen über den Markplatz zu gehen. Ich hoffe dich stört es nicht so zur Schau gestellt zu werden. Fremde sind in Lichtenheim immer eine Attraktion, besonders wenn sie in Begleitung einer Einheimischen sind. Du musst damit rechnen, dass spätestens morgen ganz Lichtenheim deinen Namen, deine Herkunft und deine Schuhgröße wissen. Aber sorge dich nicht, sie meinen es alle nur gut.“
Sie zwinkerte und schritt durch das Tor, das Pferd an den Zügeln führend.
Es war ein gutes Gefühl, Aecius tot zu wissen. Er war für Ascius wie ein böser Traum gewesen, der ihn ständig verfolgt hatte. Der Hass auf ihn hatte Ascius blind gemacht. Dennoch hatte er Aecius weniger beseitigt, um sich selbst Befriedigung zu verschaffen, sondern um seine Familie zu rächen. Sie konnten nun endlich in Frieden ruhen. Frieden, den hatte kein Gericht ihnen bringen können, denn es hatte nie genug Beweise gegeben, um Aecius anzuklagen und zu verurteilen. Ascius und seine Gefährten waren die Racheengel gewesen, sie hatten eine alte Schuld beglichen. Während Ascius durch die Landschaft ritt und diese Gedanken durch seinen Kopf gingen, erinnerte er sich an die Zeit, die er mit Querius verbracht hatte, die Zeit, in der er sich mit Politik beschäftigt hatte. "Unter den Waffen schweigt das Gesetz.", hatte einer seiner Lehrer damals gesagt. Es war wahr. Einige mochten es vielleicht als falsch ansehen, Gewalt mit Gewalt zu beantworten, denn es schafft keinen Frieden, aber Ascius sah sich nicht als der, der in diesem Gebiet ein Revolutionär sein musste. Für ihn war das ein klarer Fall gewesen: Auge um Auge, Zahn um Zahn, ganz gleich, ob die Welt davon ein Stück blinder geworden war.
"Aber sorge dich nicht, sie meinen es alle nur gut.“, sagte Gwendolin, als die beiden Lichtenheim erreicht hatten. Ascius nickte mit einem leichten Lächeln. Sie würden vielleicht nach seiner Herkunft, nach seinem Namen und seiner Schuhgröße fragen, aber das waren keine Dinge, die schlecht für ihn wären. Ascius verspürte jedoch eine leichte Furcht davor, nach dem Grund seines Besuches gefragt zu werden, oder nach der Zeit, die er auf der Insel Gobiath verbracht hatte. Er hatte dort ein Verbrechen begangen, dass annähernd so schlimm war wie das Verbrechen, das Aecius vor langer Zeit begangen hatte. Auch auf Gobiath gab es noch Menschen, die das selbe Recht einfordern könnten, wie er: Rache. Ascius fürchtete sich jedoch nicht vor den Klingen seiner Feinde, sondern vielmehr vor den zweifellos aufmerksamen Augen und Ohren der Familie Gwendolins. Es waren rechtschaffende Leute mit Einfluss. Würden sie einen Verbrecher wie ihn akzeptieren? Mit seinen Taten machte er es Gwendolin und ihrer Familie wirklich nicht leicht, aber vor allem sich selbst nicht.
Die Leute tuschelten, als Gwendolin und Ascius über den Marktplatz gingen. Viele erkannten Gwendolin sofort wieder, doch Ascius war ein Fremder. Er versuchte ausnahmsweise, möglichst freundlich und wenig abweisend und nachdenklich zu schauen. Es fiel ihm schwer, ein Lächeln für mehr als fünf Sekunden auf seinen Lippen zu behalten, aber er gab sich Mühe. Einige grüßten die beiden und sie grüßten freundlich zurück.
"Schön, dich wieder zu sehen, Gwendolin!", rief eine alte Bekannte und stürmte förmlich auf die beiden zu. Sie umarmte Gwendolin. "Uhm, nicht so stürmisch", grinste Gwendolin sie an. Die Frau richtete danach ihren Blick auf Ascius und musterte ihn. Er lächelte, so gut es ging. "Und es ist mir eine besondere Freude, euch zu sehen.", sagte die Frau und schmunzelte. Ascius zog etwas unsicher die Augenbrauen hoch und antwortete mit einem knappen. "Danke. Ebenso."
Gwendolin und die Frau redeten noch kurz. Ascius hielt sich still. Nach einer Weile machte sich die Frau wieder auf den Weg und Gwendolin lächelte Ascius zu. "Komm, es ist nicht mehr weit."
Der restliche Weg durch die Stadt war recht ereignislos. Nach einer Weile kamen sie wieder an den Stadtrand und hinter dem Tor konnte man bereits das Landgut sehen. Ascius sah Gwendolin an, wie froh sie war, endlich wieder ihr Zuhause wieder zu sehen. Ihr Schritt beschleunigte sich sogar etwas. Das Landgut lag trügerisch ruhig an einem kleinen Hang, die Sonne fiel auf das Mauerwerk, es war zweifellos lauwarm von ihren Strahlen. Am Hang waren einige Beete angelegt. Die große, alte Holztür aus dunklen Holz sah einladend aus. Es war ein guter Ort, an dem man keine schlechten Nachrichten erwarten würde. Ascius hoffte, dass er sich mit diesem Eindruck nicht getäuscht hatte. Etwas hinter Gwendolin ging er die schmale Pflasterstraße hinauf, die zum Haus führte. Die Bediensteten auf den Beeten blickten überrascht auf. Ascius rückte seinen Kragen zurecht und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Bald würde sich die Holztür öffnen und er würde den ersten Blick auf Gwendolins Eltern werfen – und sie auf ihn.
"Aber sorge dich nicht, sie meinen es alle nur gut.“, sagte Gwendolin, als die beiden Lichtenheim erreicht hatten. Ascius nickte mit einem leichten Lächeln. Sie würden vielleicht nach seiner Herkunft, nach seinem Namen und seiner Schuhgröße fragen, aber das waren keine Dinge, die schlecht für ihn wären. Ascius verspürte jedoch eine leichte Furcht davor, nach dem Grund seines Besuches gefragt zu werden, oder nach der Zeit, die er auf der Insel Gobiath verbracht hatte. Er hatte dort ein Verbrechen begangen, dass annähernd so schlimm war wie das Verbrechen, das Aecius vor langer Zeit begangen hatte. Auch auf Gobiath gab es noch Menschen, die das selbe Recht einfordern könnten, wie er: Rache. Ascius fürchtete sich jedoch nicht vor den Klingen seiner Feinde, sondern vielmehr vor den zweifellos aufmerksamen Augen und Ohren der Familie Gwendolins. Es waren rechtschaffende Leute mit Einfluss. Würden sie einen Verbrecher wie ihn akzeptieren? Mit seinen Taten machte er es Gwendolin und ihrer Familie wirklich nicht leicht, aber vor allem sich selbst nicht.
Die Leute tuschelten, als Gwendolin und Ascius über den Marktplatz gingen. Viele erkannten Gwendolin sofort wieder, doch Ascius war ein Fremder. Er versuchte ausnahmsweise, möglichst freundlich und wenig abweisend und nachdenklich zu schauen. Es fiel ihm schwer, ein Lächeln für mehr als fünf Sekunden auf seinen Lippen zu behalten, aber er gab sich Mühe. Einige grüßten die beiden und sie grüßten freundlich zurück.
"Schön, dich wieder zu sehen, Gwendolin!", rief eine alte Bekannte und stürmte förmlich auf die beiden zu. Sie umarmte Gwendolin. "Uhm, nicht so stürmisch", grinste Gwendolin sie an. Die Frau richtete danach ihren Blick auf Ascius und musterte ihn. Er lächelte, so gut es ging. "Und es ist mir eine besondere Freude, euch zu sehen.", sagte die Frau und schmunzelte. Ascius zog etwas unsicher die Augenbrauen hoch und antwortete mit einem knappen. "Danke. Ebenso."
Gwendolin und die Frau redeten noch kurz. Ascius hielt sich still. Nach einer Weile machte sich die Frau wieder auf den Weg und Gwendolin lächelte Ascius zu. "Komm, es ist nicht mehr weit."
Der restliche Weg durch die Stadt war recht ereignislos. Nach einer Weile kamen sie wieder an den Stadtrand und hinter dem Tor konnte man bereits das Landgut sehen. Ascius sah Gwendolin an, wie froh sie war, endlich wieder ihr Zuhause wieder zu sehen. Ihr Schritt beschleunigte sich sogar etwas. Das Landgut lag trügerisch ruhig an einem kleinen Hang, die Sonne fiel auf das Mauerwerk, es war zweifellos lauwarm von ihren Strahlen. Am Hang waren einige Beete angelegt. Die große, alte Holztür aus dunklen Holz sah einladend aus. Es war ein guter Ort, an dem man keine schlechten Nachrichten erwarten würde. Ascius hoffte, dass er sich mit diesem Eindruck nicht getäuscht hatte. Etwas hinter Gwendolin ging er die schmale Pflasterstraße hinauf, die zum Haus führte. Die Bediensteten auf den Beeten blickten überrascht auf. Ascius rückte seinen Kragen zurecht und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Bald würde sich die Holztür öffnen und er würde den ersten Blick auf Gwendolins Eltern werfen – und sie auf ihn.
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Das Landsgut Cad’ell erstreckte sich vor Gwendolin und Ascius und sie machte eine weite Geste, über die Felder deutend, während sie sprach.
„Das ist das Cad’ell Landsgut. Die Wurzeln unserer Familie reichen weit zurück, bis zur Gründung der Stadt Lichtenheim. Hin und wieder fragen sich die Leute, wie es dazu kommt das Hohenfurt und seine Städte doch recht ungewöhnliche Namen haben für Salkamar.“ Sie deutete nach Norden. „Das liegt am albarischen Einfluss, da wir doch sehr nahe an der Grenze sind.“ Gwendolin senkte ihre Hand wieder und griff nach den Zügeln ihres hellbraunen Rosses. „Und vor uns siehst du den Hof und die Ställe. Für die Felder und Ställe haben wir Arbeiter, für den Hof drei Angestellte, auch wenn dennoch genug Arbeit über bleibt. Übrigens…“, Gwendolin schmunzelte und blickte zu Ascius.
„… mit meinem Vater ist es nicht schwer umzugehen. Er ist offen und freundlich jedem Gegenüber. Er schätzt Ehrlichkeit und Rückrat.“ Ein leichtes Schulterzucken folgte. „Meine Mutter hingegen ist das vollkommene Gegenteil meines Vaters. Er ist warm und lebendig und sie ist eher… kühl. Sie achtet viel auf Manieren und hält ihre Emotionen immer in einem für sie akzeptablen Rahmen. Wunder dich also nicht, wenn du das Gefühl hast, dass sie dir gegenüber abweisend ist. Das heißt nicht dass sie dich nicht mag. Sie mochte Darius gut leiden, was mich nicht verwundert hat,.. er hatte dieses abweisende, kühle Verhalten auch sehr gut drauf.“
Eine kurze Stille folgte…
„Ich schätze meine Mutter sehr. Zwar konnte ich mit Problemen oder Gefühlsbelangen nie zu ihr gehen, aber von ihr hab ich meine Stärke, Contenance und Durchhaltevermögen. Und wohl auch meine Dickköpfigkeit. Es ist sehr erschreckend wie ähnlich mein Verhalten das dem ihren in gewissen Situationen sein kann…. – wir sind übrigens gleich da.“
Ascius richtete sich den Kragen zurecht als sie sich dem Hof näherten. Ein älterer Bediensteter kam angelaufen und strahlte über das Gesicht. "Milady Gwendolin, es ist schön euch zuhause zu sehen. Soll ich die Pferde in den Stall bringen?", fragte er und griff bereits übereifrig nach den Zügeln. Gwendolin schmunzelte. "Und es tut immer gut wieder zuhause zu sein. Und ja bitte, gib ihnen zu fressen und zu trinken, sie haben einen langen Weg hinter sich." Der Bedienstete verschwand mit den beiden Pferden zu den Ställen und Gwendolin blickte nun zu der Tür. Selbst ihr Blick spiegelte nun eine Spur Nervösität wieder.
Sie nahm einen leisen, wenn auch tiefen Luftzug und deutete Ascius ihr zu folgen. "Ich bin aufgeregt, Ascius. Aus welchem Grund auch immer...", ihr Blick glitt zu ihm, während sie sich der Tür näherten. "Ich auch.." antwortete er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Sie standen nun beide vor der Tür aus dunklem Holz mit fein geschnitzten Mustern. Gwendolin klopfte anstandshalber zwei mal und legte dann die Hand auf die Türklinke um jene nieder zu drücken und trat ein... Sie flüsterte leise zu Ascius. "Die Tür ist übrigens selten zugesperrt."
Die beiden betraten den Vorraum... der Boden bestand aus feinstem Holz und am Ende der Voralle führte eine Treppe hinauf in die oberen Stockwerke. Hier und da standen Vasen mit frischen Blumen oder an den Wänden hingen ein paar, wenn auch wenige Jagdtrophäen die Gwendolins Großvater geschossen hatte. Zu ihrer linken führte ein offener Durchgang in das große Esszimmer mit dem schwarzen Ebenholztisch und den dazu passenden Stühl. Schwere samtene Vorhänge hingen neben den Fenstern ... und zu ihrer rechten konnte man einen Blick in das Wohnzimmer werfen. Das Knistern eines Kamins war zu hören.
"Mutter? Vater?", rief Gwendolin.
„Das ist das Cad’ell Landsgut. Die Wurzeln unserer Familie reichen weit zurück, bis zur Gründung der Stadt Lichtenheim. Hin und wieder fragen sich die Leute, wie es dazu kommt das Hohenfurt und seine Städte doch recht ungewöhnliche Namen haben für Salkamar.“ Sie deutete nach Norden. „Das liegt am albarischen Einfluss, da wir doch sehr nahe an der Grenze sind.“ Gwendolin senkte ihre Hand wieder und griff nach den Zügeln ihres hellbraunen Rosses. „Und vor uns siehst du den Hof und die Ställe. Für die Felder und Ställe haben wir Arbeiter, für den Hof drei Angestellte, auch wenn dennoch genug Arbeit über bleibt. Übrigens…“, Gwendolin schmunzelte und blickte zu Ascius.
„… mit meinem Vater ist es nicht schwer umzugehen. Er ist offen und freundlich jedem Gegenüber. Er schätzt Ehrlichkeit und Rückrat.“ Ein leichtes Schulterzucken folgte. „Meine Mutter hingegen ist das vollkommene Gegenteil meines Vaters. Er ist warm und lebendig und sie ist eher… kühl. Sie achtet viel auf Manieren und hält ihre Emotionen immer in einem für sie akzeptablen Rahmen. Wunder dich also nicht, wenn du das Gefühl hast, dass sie dir gegenüber abweisend ist. Das heißt nicht dass sie dich nicht mag. Sie mochte Darius gut leiden, was mich nicht verwundert hat,.. er hatte dieses abweisende, kühle Verhalten auch sehr gut drauf.“
Eine kurze Stille folgte…
„Ich schätze meine Mutter sehr. Zwar konnte ich mit Problemen oder Gefühlsbelangen nie zu ihr gehen, aber von ihr hab ich meine Stärke, Contenance und Durchhaltevermögen. Und wohl auch meine Dickköpfigkeit. Es ist sehr erschreckend wie ähnlich mein Verhalten das dem ihren in gewissen Situationen sein kann…. – wir sind übrigens gleich da.“
Ascius richtete sich den Kragen zurecht als sie sich dem Hof näherten. Ein älterer Bediensteter kam angelaufen und strahlte über das Gesicht. "Milady Gwendolin, es ist schön euch zuhause zu sehen. Soll ich die Pferde in den Stall bringen?", fragte er und griff bereits übereifrig nach den Zügeln. Gwendolin schmunzelte. "Und es tut immer gut wieder zuhause zu sein. Und ja bitte, gib ihnen zu fressen und zu trinken, sie haben einen langen Weg hinter sich." Der Bedienstete verschwand mit den beiden Pferden zu den Ställen und Gwendolin blickte nun zu der Tür. Selbst ihr Blick spiegelte nun eine Spur Nervösität wieder.
Sie nahm einen leisen, wenn auch tiefen Luftzug und deutete Ascius ihr zu folgen. "Ich bin aufgeregt, Ascius. Aus welchem Grund auch immer...", ihr Blick glitt zu ihm, während sie sich der Tür näherten. "Ich auch.." antwortete er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Sie standen nun beide vor der Tür aus dunklem Holz mit fein geschnitzten Mustern. Gwendolin klopfte anstandshalber zwei mal und legte dann die Hand auf die Türklinke um jene nieder zu drücken und trat ein... Sie flüsterte leise zu Ascius. "Die Tür ist übrigens selten zugesperrt."
Die beiden betraten den Vorraum... der Boden bestand aus feinstem Holz und am Ende der Voralle führte eine Treppe hinauf in die oberen Stockwerke. Hier und da standen Vasen mit frischen Blumen oder an den Wänden hingen ein paar, wenn auch wenige Jagdtrophäen die Gwendolins Großvater geschossen hatte. Zu ihrer linken führte ein offener Durchgang in das große Esszimmer mit dem schwarzen Ebenholztisch und den dazu passenden Stühl. Schwere samtene Vorhänge hingen neben den Fenstern ... und zu ihrer rechten konnte man einen Blick in das Wohnzimmer werfen. Das Knistern eines Kamins war zu hören.
"Mutter? Vater?", rief Gwendolin.
"Ich auch..", antwortete Ascius auf Gwendolins Aussage. Ja, etwas aufgeregt war er auch – und das kam selten vor. Es ging, wie kurz zuvor bei der Sache mit Aecius, um sehr viel und die Sorge einen Fehler zu machen, den man nicht mehr korrigieren könne, war präsent.
Als Gwendolin die unverschlossene Tür zum Haus öffnete und sie eintraten, musste Ascius schmunzeln. Eine nicht verschlossene Tür. Nicht verschlossen. Durch die letzten Jahre seines Lebens hinweg waren viele Türen verschlossen gewesen, nicht nur materielle, sondern auch Türen in seinem Geist. "Die Tür ist übrigens selten zugesperrt.", sagte Gwendolin. Auf irgendeine Weise gefiel Ascius das.
Auch die Einrichtung des Hauses unterschied sich grundlegend von dem, was Ascius in letzter Zeit gesehen hatte. Es war warm, komfortabel, aber dennoch gemütlich. Es war ganz anders als das kalte, spartanisch eingerichtete Zimmer, welches er damals in Darloks Festung bezogen hatte.
Gwendolin rief nach ihren Eltern und die Gedanken an die Einrichtung schwanden aus Ascius Kopf. Gleich würden zwei Personen erscheinen, denen er sich würde vorstellen müssen. Spontan entschied Ascius, einfach er selbst zu sein und sich nicht zu verstellen. Das war vielleicht die beste Entscheidung, die er in den letzten Monaten getroffen hatte, oder die schlechteste.
Als Gwendolin die unverschlossene Tür zum Haus öffnete und sie eintraten, musste Ascius schmunzeln. Eine nicht verschlossene Tür. Nicht verschlossen. Durch die letzten Jahre seines Lebens hinweg waren viele Türen verschlossen gewesen, nicht nur materielle, sondern auch Türen in seinem Geist. "Die Tür ist übrigens selten zugesperrt.", sagte Gwendolin. Auf irgendeine Weise gefiel Ascius das.
Auch die Einrichtung des Hauses unterschied sich grundlegend von dem, was Ascius in letzter Zeit gesehen hatte. Es war warm, komfortabel, aber dennoch gemütlich. Es war ganz anders als das kalte, spartanisch eingerichtete Zimmer, welches er damals in Darloks Festung bezogen hatte.
Gwendolin rief nach ihren Eltern und die Gedanken an die Einrichtung schwanden aus Ascius Kopf. Gleich würden zwei Personen erscheinen, denen er sich würde vorstellen müssen. Spontan entschied Ascius, einfach er selbst zu sein und sich nicht zu verstellen. Das war vielleicht die beste Entscheidung, die er in den letzten Monaten getroffen hatte, oder die schlechteste.
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Stille folgte. Gwendolin neigte sachte ihren Kopf und schien zu warten und endlich konnte man Schritte vom Stock darüber vernehmen. Jedoch schienen es nur die Schritte einer einzigen Person zu sein. Gwendolin flüsterte rasch und schmunzelnd zu Ascius. "Dem Gang nach zu urteilen, meine Mutter."
Und sie irrte sich nicht. Auf der Treppe erschien gemächlich eine Frau mittleren Alters. Das blonde Haar trug sie streng hochgesteckt und das Kleid dass sie anhatte war von einfachem Schnitt, doch vom Stoff her auf den ersten Blick klassisch nobel. Ihre ganze Gangart und Beherrschtheit zeugte von einer ganzen Dynastie von Adel. Ihr Blick, so beherrscht er auch wirkte, funkelte dennoch auf als sich ihre Augen auf ihre Tochter richteten. "Gwendolin, Kind.", sagte sie als sie die letzte Stufe erreicht hatte und sich den beiden näherte. "Mutter." erwiderte Gwendolin und umarmte die Frau sachte zur Begrüßung, bevor sie sich nun beiden zuwandte.
"Mutter, das ist Ascius Dilcanius Vincus, ich hab euch von ihm erzählt..." Gwendolin richtete ihren Blick auf Ascius. "Ascius, meine Mutter Lady Isabelle Cad'ell. Geborene Carvilius"
Und sie irrte sich nicht. Auf der Treppe erschien gemächlich eine Frau mittleren Alters. Das blonde Haar trug sie streng hochgesteckt und das Kleid dass sie anhatte war von einfachem Schnitt, doch vom Stoff her auf den ersten Blick klassisch nobel. Ihre ganze Gangart und Beherrschtheit zeugte von einer ganzen Dynastie von Adel. Ihr Blick, so beherrscht er auch wirkte, funkelte dennoch auf als sich ihre Augen auf ihre Tochter richteten. "Gwendolin, Kind.", sagte sie als sie die letzte Stufe erreicht hatte und sich den beiden näherte. "Mutter." erwiderte Gwendolin und umarmte die Frau sachte zur Begrüßung, bevor sie sich nun beiden zuwandte.
"Mutter, das ist Ascius Dilcanius Vincus, ich hab euch von ihm erzählt..." Gwendolin richtete ihren Blick auf Ascius. "Ascius, meine Mutter Lady Isabelle Cad'ell. Geborene Carvilius"
Ascius lächelte Isabelle an und streckte seine Hand aus, welche sie dann leicht schüttelte. "Es ist mir eine Freude, euch kennenzulernen, Lady Isabelle." Die Frau beäugigte Ascius misstrauisch, ihr Blick war schwer zu deuten hinter der kühlen Fassade. Kurz darauf antwortete sie in einem völlig neutralen, aber korrekten Ton. "Ich danke euch. Es ist mir ebenso eine Freude."
Ein Moment der Stille folgte. Ascius entschied sich, einfach etwas von Gwendolin gesagtes aufzugreifen, da man anscheinend noch ein paar Worte von ihm erwartete. "Nun", fing er an. "Ich hoffe doch, Gwendolin hat nicht allzu viel Schlechtes über mich berichtet". Er schmunzelte leicht.
Ein Moment der Stille folgte. Ascius entschied sich, einfach etwas von Gwendolin gesagtes aufzugreifen, da man anscheinend noch ein paar Worte von ihm erwartete. "Nun", fing er an. "Ich hoffe doch, Gwendolin hat nicht allzu viel Schlechtes über mich berichtet". Er schmunzelte leicht.
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Gwendolin legte sich sachte die Hand an den Mund um ihr Schmunzeln unauffälig zu verbergen, als Ascius doch wirklich die Hand ihrer Mutter schüttelte. Der leicht überraschte, aber dennoch beherrschte und misstrauische Blick war für Gwendolin unbezahlbar.
Eigentlich war sie froh, dass sie vergessen hatte Ascius zu erzählen, wie er ihre Eltern begrüßen sollte. Sie fand es besser, dass ihre Eltern den Mann kennen lernten den sie liebte und nicht einen Mann der so tut als wäre er so wie sie ihn haben wollen.
"Nun, nein. Das hat sie selbstverständlich nicht", antworte Isabelle auf die Frage hin, ohne dass ihr groß ein Schmunzeln über die Lippen kam. Sie wandte sich zu ihrer Tochter. "Dein Vater ist in Hohenfurt, aber er sollte in ein paar Stunden zurücksein. Lasst die Bediensteten eure Sachen nach oben bringen. Du beziehst dein Zimmer Gwendolin und ihr Herr Vincus könnt das Gästezimmer am Ende des Ganges beziehen. Es hat eine wunderbare Aussicht zu den Wäldern und den dahinter liegenden Auen. Aber entschuldigt mich nun. Ich werde mit dem Küchenpersonal besprechen was es heute Abend zu essen gibt."
"Natürlich Mutter"
Isabelle nickte den beiden zu und verschwand dann durchs Esszimmer. Gwendolin blickte ihr kurz nach dann schmunzelte sie breit.
Eigentlich war sie froh, dass sie vergessen hatte Ascius zu erzählen, wie er ihre Eltern begrüßen sollte. Sie fand es besser, dass ihre Eltern den Mann kennen lernten den sie liebte und nicht einen Mann der so tut als wäre er so wie sie ihn haben wollen.
"Nun, nein. Das hat sie selbstverständlich nicht", antworte Isabelle auf die Frage hin, ohne dass ihr groß ein Schmunzeln über die Lippen kam. Sie wandte sich zu ihrer Tochter. "Dein Vater ist in Hohenfurt, aber er sollte in ein paar Stunden zurücksein. Lasst die Bediensteten eure Sachen nach oben bringen. Du beziehst dein Zimmer Gwendolin und ihr Herr Vincus könnt das Gästezimmer am Ende des Ganges beziehen. Es hat eine wunderbare Aussicht zu den Wäldern und den dahinter liegenden Auen. Aber entschuldigt mich nun. Ich werde mit dem Küchenpersonal besprechen was es heute Abend zu essen gibt."
"Natürlich Mutter"
Isabelle nickte den beiden zu und verschwand dann durchs Esszimmer. Gwendolin blickte ihr kurz nach dann schmunzelte sie breit.
Ascius atmete durch, als die Frau sich abwandte und ging, er grinste jedoch auch ansatzweise und schaute zu Gwendolin. "Gut. Ich dachte eigentlich, ich würde sofort wieder vor die Tür gesetzt. Das war schonmal erfolgreich." - "Keine Sorge, erst in ein paar Stunden". Gwendolin lachte etwas, dann schaute sie den Gang herunter, ob ihre Mutter sie und Ascius noch sehen konnte. Dem war nicht so und Ascius wusste, warum sie geschaut hatte. Sie küssten sich kurz, was eine Erleichterung nach der Langen Reise war. Zudem hatten sie sich verständlicher Weise kurz nach dem Mord an Aecius nicht danach gefühlt. Ascius lächelte und streichelte Gwendolin kurz über die Wange. "Ich gehe die Sachen holen." Gwendolin nickte und er machte sich rasch auf zur Tür. Er wusste ja, was passieren würde, wenn er nicht sofort gehen würde: Die beiden würden sich wieder nicht trennen können und Isabelle würde das sicher nicht gerne sehen.
Ascius schritt aus dem Haus und blinzelte der Sonne entgegen. Er ging zum Stall. Die Pferde waren bereits angebunden und hatten Wasser und etwas Heu bekommen. Das wenige Gepäck, welches zuvor auf sie geladen war, stand bereits neben ihnen auf dem Boden. Ascius packte an und hob so viel er konnte, da kam einer der Bediensteten um die Ecke. "Oh, oh, mein Herr, lasst mich euch etwas abnehmen!" Der Bedienstete eilte herbei. "Es geht schon", antwortete Ascius. "Nur habe ich keine Hand mehr für die Tasche dort frei." Der Bedienstete runzelte leicht verwirrt die Stirn. Ascius trug drei schwere Taschen und er als Bediensteter selbst nur eine kleine Tasche.
Der Bedienstete war es gewöhnt, alles tragen zu müssen und Ascius war es gewöhnt, seine Sachen selbst zu tragen. Bepackt mit den Taschen und mit dem Bediensteten im Schlepptau machte er sich auf den Rückweg zum Haus.
Ascius schritt aus dem Haus und blinzelte der Sonne entgegen. Er ging zum Stall. Die Pferde waren bereits angebunden und hatten Wasser und etwas Heu bekommen. Das wenige Gepäck, welches zuvor auf sie geladen war, stand bereits neben ihnen auf dem Boden. Ascius packte an und hob so viel er konnte, da kam einer der Bediensteten um die Ecke. "Oh, oh, mein Herr, lasst mich euch etwas abnehmen!" Der Bedienstete eilte herbei. "Es geht schon", antwortete Ascius. "Nur habe ich keine Hand mehr für die Tasche dort frei." Der Bedienstete runzelte leicht verwirrt die Stirn. Ascius trug drei schwere Taschen und er als Bediensteter selbst nur eine kleine Tasche.
Der Bedienstete war es gewöhnt, alles tragen zu müssen und Ascius war es gewöhnt, seine Sachen selbst zu tragen. Bepackt mit den Taschen und mit dem Bediensteten im Schlepptau machte er sich auf den Rückweg zum Haus.
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Gwendolin ging ein paar Schritte ins Esszimmer und blickte durch das Zimmer in Richtung Küche. Einige Stimmen drangen daraus hervor. Naja, genaugenommen nur Isabelles. Ihre Anweisungen waren wie gewohnt knapp und präzise. Niemand widersprach ihr gerne.
Sie nahm einen tiefen Atemzug und lächelte bei dem Geruch. Der Geruch ihres Zuhauses und ein Gefühl von Geborgenheit überkam sie. Hier änderte sich selten etwas, die Vasen standen immer am selben Platz, genauso wie die Stühle und Tische. Ihre Mutter mochte Veränderungen kaum.
Gwendolins Blick glitt zur Tür als Ascius, bepackt mit drei Taschen und gefolgt von einem Bediensteten wieder zur Tür hereinkam. Er lächelte ihr zu und stapfte die Treppen nach oben die leicht unter dem Gewicht von ihm und dem Gepäck knarrten. "Kommst du dann ins Wohnzimmer?", fragte Gwendolin. "Natürlich", kam als Antwort zurück. Der Bedienstete blickte über seine Schulter und warf Gwendolin ein schuldiges und hilfloses Lächeln zu. Sie nickte wissend.
In dem Moment war Isabelle neben Gwendolin getreten und erhaschte noch einen Blick auf Ascius der das Gepäck trug, sie machte den Mund auf...
.. doch Gwendolin winkte ab und flüsterte. "Schon gut Mutter."
Isabelle hob sachte eine Braue und sah zu ihrer Tochter. "Dafür sind die Angestellten da und dafür werden sie gut bezahlt.", erwiderte sie ihr und Gwendolin lächelte ihr keck zu, bevor sie sich zum Wohnzimmer wendete.
"Sagst du das zu Vater nicht auch immer?"
Sie nahm einen tiefen Atemzug und lächelte bei dem Geruch. Der Geruch ihres Zuhauses und ein Gefühl von Geborgenheit überkam sie. Hier änderte sich selten etwas, die Vasen standen immer am selben Platz, genauso wie die Stühle und Tische. Ihre Mutter mochte Veränderungen kaum.
Gwendolins Blick glitt zur Tür als Ascius, bepackt mit drei Taschen und gefolgt von einem Bediensteten wieder zur Tür hereinkam. Er lächelte ihr zu und stapfte die Treppen nach oben die leicht unter dem Gewicht von ihm und dem Gepäck knarrten. "Kommst du dann ins Wohnzimmer?", fragte Gwendolin. "Natürlich", kam als Antwort zurück. Der Bedienstete blickte über seine Schulter und warf Gwendolin ein schuldiges und hilfloses Lächeln zu. Sie nickte wissend.
In dem Moment war Isabelle neben Gwendolin getreten und erhaschte noch einen Blick auf Ascius der das Gepäck trug, sie machte den Mund auf...
.. doch Gwendolin winkte ab und flüsterte. "Schon gut Mutter."
Isabelle hob sachte eine Braue und sah zu ihrer Tochter. "Dafür sind die Angestellten da und dafür werden sie gut bezahlt.", erwiderte sie ihr und Gwendolin lächelte ihr keck zu, bevor sie sich zum Wohnzimmer wendete.
"Sagst du das zu Vater nicht auch immer?"
Ascius gab dem Bediensteten noch eine Tasche. "Die hier gehört noch Lady Gwendolin, bringt sie bitte in ihren Raum." Der Bedienstete nickte und griff sich die Tasche, bevor er schnell die Treppe hinauf verschwand. Ascius brachte seine Sachen ins Gästezimmer. Es war ein kleiner, aber ebenso wie der Rest des Hauses gut eingerichteter Raum. Anscheinend rechnete man hier ständig mit Gästen, denn der Raum war sauber, abgestaubt und hergerichtet. Ascius schloss die Tür wieder leise hinter sich und machte sich auf zum Wohnzimmer.
Dort angekommen blieb er kurz in der Tür stehen. Gwendolin schenkte gerade Met in zwei Kelche und platzierte sie auf einem kleinen Tisch vor dem Kamin. Ascius beobachtete sie kurz und trat dann ein. Sie hörte seine Schritte und drehte sich um. "Das ging aber schnell" Ascius zuckte leicht mit den Schultern und lächelte "Ich kann mich auch später noch häuslich einrichten.."
Dort angekommen blieb er kurz in der Tür stehen. Gwendolin schenkte gerade Met in zwei Kelche und platzierte sie auf einem kleinen Tisch vor dem Kamin. Ascius beobachtete sie kurz und trat dann ein. Sie hörte seine Schritte und drehte sich um. "Das ging aber schnell" Ascius zuckte leicht mit den Schultern und lächelte "Ich kann mich auch später noch häuslich einrichten.."
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Gwendolin winkte ihn näher und grade als Ascius seine ersten Schritte in das Wohnzimmer setzte ertönte ein Knurren.
Das Knurren klang tief und bedrohlich und kam von der Nähe des Kamins. Ascius Blick wandte sich überrascht zu der Richtung aus der das Knurren ertönte und ein schwarzer Schatten erhob sich langsam. Gwendolin schien fast den Met verschüttet zu haben und sie senkte rasch die Flasche und blickte dann ebenso zu dem Kamin, wo sich der Rottweiler grade zur vollen Größe erhob. Sein Fell war pechschwarz bis auf das an seiner Schnauze. Die Alterszeichen waren rasch zu erkennen, aber dennoch machte der Hund einen imposanten Eindruck und die Zähne wirkten nicht minder scharf.
"Errm, das ist Rufus. Er ist nicht mehr der Jüngste. Hat früher das Haus bewacht und bei allen möglichen Arbeiten geholfen. Aber das schafft er nicht mehr, deswegen behalten wir ihn jetzt im Haus. Er... das ist normal, dass er dich anknurrt. Er kennt dich nicht. Ssh, Rufus."
Sagte Gwendolin in die Richtung des Rottweiler welcher zwar aufhörte zu knurren, aber Ascius nicht minder bedrohlich ansah.
"Du kannst dich ruhig setzen... er wird dir nichts tun. Für gewöhnlich hört er nach einer Weile damit auf, solange er merkt, dass er dir vertrauen kann und nicht das Gefühl hat, du könntest der Familie etwas tun. Misstrauischer Kerl bist du, nicht wahr Rufus?."
Sie lächelte den Hund an.
Das Knurren klang tief und bedrohlich und kam von der Nähe des Kamins. Ascius Blick wandte sich überrascht zu der Richtung aus der das Knurren ertönte und ein schwarzer Schatten erhob sich langsam. Gwendolin schien fast den Met verschüttet zu haben und sie senkte rasch die Flasche und blickte dann ebenso zu dem Kamin, wo sich der Rottweiler grade zur vollen Größe erhob. Sein Fell war pechschwarz bis auf das an seiner Schnauze. Die Alterszeichen waren rasch zu erkennen, aber dennoch machte der Hund einen imposanten Eindruck und die Zähne wirkten nicht minder scharf.
"Errm, das ist Rufus. Er ist nicht mehr der Jüngste. Hat früher das Haus bewacht und bei allen möglichen Arbeiten geholfen. Aber das schafft er nicht mehr, deswegen behalten wir ihn jetzt im Haus. Er... das ist normal, dass er dich anknurrt. Er kennt dich nicht. Ssh, Rufus."
Sagte Gwendolin in die Richtung des Rottweiler welcher zwar aufhörte zu knurren, aber Ascius nicht minder bedrohlich ansah.
"Du kannst dich ruhig setzen... er wird dir nichts tun. Für gewöhnlich hört er nach einer Weile damit auf, solange er merkt, dass er dir vertrauen kann und nicht das Gefühl hat, du könntest der Familie etwas tun. Misstrauischer Kerl bist du, nicht wahr Rufus?."
Sie lächelte den Hund an.
Als Ascius den Hund sah, wanderte seine Hand aus Reflex zu der Stelle, an der er sonst sein Schwert trug. Das viele Kämpfen machte einen wirklich irgendwann krank. Er nahm die Hand wieder schnell von der Stelle weg.
Nachdem Gwendolin ihm versichert hatte, dass der Hund nicht sofort über ihn herfallen würde, kam Ascius langsam näher. "Hallo, Rufus", sagte er kühl, den großen Hund im Auge behaltend. Er setzte sich und bekam von Gwendolin einen Kelch gereicht.
Nachdem Gwendolin ihm versichert hatte, dass der Hund nicht sofort über ihn herfallen würde, kam Ascius langsam näher. "Hallo, Rufus", sagte er kühl, den großen Hund im Auge behaltend. Er setzte sich und bekam von Gwendolin einen Kelch gereicht.
- Gwendolin Cad'ell
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Gwendolin nippte an ihrem Kelch und betrachtete wie Rufus sich Ascius näherte. Sein Gesichtsausdruck und seine Haltung wirkten misstrauisch, aber er begann an Ascius Bein zu schnuppern.
Schmunzelnd lehnte sich Gwendolin zu Ascius und flüsterte. "Wohl noch ein Familienmitglied vor dem du dich beweisen musst. Halt ihm mal die Hand hin."
Ascius blickte sie kurz an doch senkte seine offene Hand langsam zu der Schnauze des Rottweilers, welcher kurzerhand an jener roch. Zufrieden legte sich der Rottweiler dann zu Gwendolins Füßen und ließ sich von ihr Hinterm Ohr kraulen. Sie blickte schmunzelnd zu Ascius.
Zugegeben, sie war ein wenig überrascht, dass Rufus so leicht nachgegeben hatte. Natürlich hatte Rufus Aidan nicht einmal angeknurrt, aber jenen hatte er gekannt seit er ein Welpe war. Und bei Darius, nun... zu Darius hatte Rufus nicht eine Sekunde lang Vertrauen schließen wollten. Ständig hat er ihn angeknurrt wenn er in der Nähe war. Gwendolin hatte dieser Tatsache damals kaum Beachtung geschenkt, doch jetzt im Nachhinein betrachtet...
.. ihr Blick wanderte wieder zu Ascius der ruhig beobachtete wie sie den Hund hinterm Ohr kraulte. Sie sprach leise.
"Wenn du ihm erstmal vertraut bist, würde er sein Leben für dich riskieren,... er ist ein typischer Cad'ell. Ehrlichkeit ist im wichtig, aber bist du erstmal sein Freund, wird er dich nicht im Stich lassen."
Schmunzelnd lehnte sich Gwendolin zu Ascius und flüsterte. "Wohl noch ein Familienmitglied vor dem du dich beweisen musst. Halt ihm mal die Hand hin."
Ascius blickte sie kurz an doch senkte seine offene Hand langsam zu der Schnauze des Rottweilers, welcher kurzerhand an jener roch. Zufrieden legte sich der Rottweiler dann zu Gwendolins Füßen und ließ sich von ihr Hinterm Ohr kraulen. Sie blickte schmunzelnd zu Ascius.
Zugegeben, sie war ein wenig überrascht, dass Rufus so leicht nachgegeben hatte. Natürlich hatte Rufus Aidan nicht einmal angeknurrt, aber jenen hatte er gekannt seit er ein Welpe war. Und bei Darius, nun... zu Darius hatte Rufus nicht eine Sekunde lang Vertrauen schließen wollten. Ständig hat er ihn angeknurrt wenn er in der Nähe war. Gwendolin hatte dieser Tatsache damals kaum Beachtung geschenkt, doch jetzt im Nachhinein betrachtet...
.. ihr Blick wanderte wieder zu Ascius der ruhig beobachtete wie sie den Hund hinterm Ohr kraulte. Sie sprach leise.
"Wenn du ihm erstmal vertraut bist, würde er sein Leben für dich riskieren,... er ist ein typischer Cad'ell. Ehrlichkeit ist im wichtig, aber bist du erstmal sein Freund, wird er dich nicht im Stich lassen."
"Das sind gute Eigenschaften..", erwiderte Ascius und lächelte etwas. Es war schon verrückt. Vor einigen Tagen noch hatte Ascius in einem brennenden Haus gestanden und seine alten Todfeinde vernichtet und jetzt saß er mit einem verzierten Kelch voll Met in einem Landhaus an einem Kamin, zusammen mit der Frau, die er gelernt hatte, zu lieben.
"Auf den heutigen Tag", hob er den Kelch und stieß mit Gwendolin an. Es blieb abzuwarten, was er noch bringen würde.
"Auf den heutigen Tag", hob er den Kelch und stieß mit Gwendolin an. Es blieb abzuwarten, was er noch bringen würde.
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Die restlichen Stunden vergingen wie im Flug. Gwendolin erzählte Ascius eine Zeit lang über das Haus, über die Ländereien und die Geschichte der Cad'ells, hörte dann aber nach einer Weile auf, als sie sich fragen musste, ob sie Ascius damit nicht langweilen würde. Sie hatte ihn entschuldigend angelächelt, jedoch war ein gewisser Stolz in ihren Augen nicht zu leugnen, wenn sie über ihre Familie und deren Geschichte sprach.
Ein wenig später stieß Isabelle zu den beiden, entschuldigte sich bei Ascius, dass sie ihn, als Gast, so lange allein gelassen hätte, aber irgendwer müsse sich um den Hof kümmern wenn Hartwin nicht da war. Gwendolins Mutter unterhielt sich ein wenig mit den beiden, jedoch schien sie es zu vollbringen keine einzige Frage über den Ausflug nach Salkamar oder irgendeine andere Frage dieser Art zu stellen, die Gwendolin oder Ascius hätte in Verlegenheit bringen können. Stattdessen berichtet sie Gwendolin was seit ihrem letzten Besuch so in Lichtenheim und Hohenfurt abgespielt hatte. Die Neuigkeiten waren nicht besonders aufregend. Hier heiratete wer, dort bekam jemand das erste Kind. Nur in Hohenfurt ging es politisch hoch her. Den Tod von Gerwulf jedoch erwähnte sie mit keinem Wort.
Aus der Küche kam bereits ein appetitlicher Geruch und Ascius, der neben Gwendolin saß, konnte ein leichtes Magenknurren ihrerseits vernehmen. Er musste schmunzeln und sah zu ihr.
Rufus schien die Lauscher aufzustellen, bevor noch irgendeiner der anderen drei etwas hätte warnehmen könnte. Er rappelte sich auf und trottete in Richtung Tür, welche sich dann doch hörbar öffnete.
"Ah Rufus", drang eine Stimme von der Vorhalle und ein leises Lachen folgte. "Na, hast du gut aufs Haus aufgepasst während ich weg war? Guter Hund."
Isabelle nickte Ascius und Gwendolin zu, während sie sich erhob und zur Vorhalle schritt um ihren Gatten zu begrüßen, welcher nun im Türrahmen auftauchte. "Schön das du wieder zuhause bist, Hartwin", sagte Isabelle und Hartwin legte eine Hand um ihre Hüfte und küsste sie auf die Wange. "Nicht vor dem Gast.", konnte man Isabelle murmeln hören, aber dennoch kam ein Schmunzeln über ihre Lippen. Man könnte meinen, die beiden wären ein frisch verliebtes Pärchen.
Hartwin war von mittlerer Größe und sein feuerrotes Haar war bereits von einem sachten Grau durchzogen. Seine Gesichtszüge und die Lachfalten um seine Mundwinkel und klaren blauen Augen ließen ihn freundlich und gutmütig erscheinen, aber etwas in seiner Ausstrahlung hatte auch etwas autoritäres. Er blickte dann zu Gwendolin hinüber, welche sich erhob und zu Ascius, der neben ihr saß und ebenso aufstand. Er ging auf die beiden mit freundlichem Lächeln zu und schloß seine Tochter erstmal in die Arme, bevor er sich zu Ascius wendet.
"Hartwin Cad'ell. Ihr müsst Ascius sein, freut mich.", sagte er direkt und streckte Ascius die Hand hin.
Ein wenig später stieß Isabelle zu den beiden, entschuldigte sich bei Ascius, dass sie ihn, als Gast, so lange allein gelassen hätte, aber irgendwer müsse sich um den Hof kümmern wenn Hartwin nicht da war. Gwendolins Mutter unterhielt sich ein wenig mit den beiden, jedoch schien sie es zu vollbringen keine einzige Frage über den Ausflug nach Salkamar oder irgendeine andere Frage dieser Art zu stellen, die Gwendolin oder Ascius hätte in Verlegenheit bringen können. Stattdessen berichtet sie Gwendolin was seit ihrem letzten Besuch so in Lichtenheim und Hohenfurt abgespielt hatte. Die Neuigkeiten waren nicht besonders aufregend. Hier heiratete wer, dort bekam jemand das erste Kind. Nur in Hohenfurt ging es politisch hoch her. Den Tod von Gerwulf jedoch erwähnte sie mit keinem Wort.
Aus der Küche kam bereits ein appetitlicher Geruch und Ascius, der neben Gwendolin saß, konnte ein leichtes Magenknurren ihrerseits vernehmen. Er musste schmunzeln und sah zu ihr.
Rufus schien die Lauscher aufzustellen, bevor noch irgendeiner der anderen drei etwas hätte warnehmen könnte. Er rappelte sich auf und trottete in Richtung Tür, welche sich dann doch hörbar öffnete.
"Ah Rufus", drang eine Stimme von der Vorhalle und ein leises Lachen folgte. "Na, hast du gut aufs Haus aufgepasst während ich weg war? Guter Hund."
Isabelle nickte Ascius und Gwendolin zu, während sie sich erhob und zur Vorhalle schritt um ihren Gatten zu begrüßen, welcher nun im Türrahmen auftauchte. "Schön das du wieder zuhause bist, Hartwin", sagte Isabelle und Hartwin legte eine Hand um ihre Hüfte und küsste sie auf die Wange. "Nicht vor dem Gast.", konnte man Isabelle murmeln hören, aber dennoch kam ein Schmunzeln über ihre Lippen. Man könnte meinen, die beiden wären ein frisch verliebtes Pärchen.
Hartwin war von mittlerer Größe und sein feuerrotes Haar war bereits von einem sachten Grau durchzogen. Seine Gesichtszüge und die Lachfalten um seine Mundwinkel und klaren blauen Augen ließen ihn freundlich und gutmütig erscheinen, aber etwas in seiner Ausstrahlung hatte auch etwas autoritäres. Er blickte dann zu Gwendolin hinüber, welche sich erhob und zu Ascius, der neben ihr saß und ebenso aufstand. Er ging auf die beiden mit freundlichem Lächeln zu und schloß seine Tochter erstmal in die Arme, bevor er sich zu Ascius wendet.
"Hartwin Cad'ell. Ihr müsst Ascius sein, freut mich.", sagte er direkt und streckte Ascius die Hand hin.
Ascius ergriff die Hand des Mannes und schüttelte sie mit einem kräftigen Händedruck. "Mich freut es ebenso, Herr Cad'ell, Gwendolin hat viel Gutes über euch erzählt." Hartwin schmunzelte. "Ach, sie hat sicher übertrieben." Ascius musterte kurz die Augen des Mannes. Er war von freundlicher Natur, aber keineswegs naiv oder unbedacht. Sein Blick war durchdringend und intelligent. Gerade, als Hartwin wieder ansetzte, etwas zu sagen, betrat ein Bediensteter das Zimmer und kündigte das bereitstehende Essen an. "Besprechen wir alles Weitere am Tisch", platzte es aus Gwendolin heraus, die während der vergangenen Stunden wirklich hungrig geworden war.
Zusammen gingen alle ins Esszimmer. Der Tisch war gedeckt mit feinsten Geschirr und Besteck, auf dem Tisch selbst standen einige Blumen. Ascius zog den Stuhl leicht zurück, als Gwendolin sich setzen wollte und schob ihn dann an den Tisch heran, als sie sich setzte. Sie schmunzelte und warf ihm einen amüsierten, aber auch anerkennenden Blick zu. Er zuckte knapp mit den Schultern und grinste, bevor er auch Platz nahm.
Zusammen gingen alle ins Esszimmer. Der Tisch war gedeckt mit feinsten Geschirr und Besteck, auf dem Tisch selbst standen einige Blumen. Ascius zog den Stuhl leicht zurück, als Gwendolin sich setzen wollte und schob ihn dann an den Tisch heran, als sie sich setzte. Sie schmunzelte und warf ihm einen amüsierten, aber auch anerkennenden Blick zu. Er zuckte knapp mit den Schultern und grinste, bevor er auch Platz nahm.
- Gwendolin Cad'ell
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Gwendolins Eltern saßen an den beiden Tischenden, während sich Gwendolin und Ascius an den Seiten gegenüber saßen. Zwei Bedienstete brachten das Essen herein. Als Vorspeiße gab Moretum, also Käse mit Kräutern, gefolgt von gebratenem Huhn mit typisch heimischen Kürbispürree, als Hauptgang.
Hartwin nahm einen Schluck von seinem gewürzten Wein. "Erzählt ein wenig von euch Ascius, woher kommt ihr und was ist eure Ausbildung?"
Hartwin nahm einen Schluck von seinem gewürzten Wein. "Erzählt ein wenig von euch Ascius, woher kommt ihr und was ist eure Ausbildung?"
"Erzählt ein wenig von euch Ascius, woher kommt ihr und was ist eure Ausbildung?", fragte Hartwin, kurz nachdem er an seinem Wein genippt hatte. Keine Frage, die Ascius aus der Reserve locken würde. "Aufgewachsen bin ich zum einen in den zentralen Provinzen, zum anderen auf dem Weg durch das Reich. Ich wählte schon recht früh eine Laufbahn in der Legion." Hartwin nickte. Sein Blick war noch immer freundlich und gut gelaunt, sodass es schwierig war, zu erkennen, was er dachte. Der Blick Isabelles war kühl wie immer, was das bei ihr ebenso schwer machte. "Und ich kann wohl sagen, mit einigem Erfolg. Zwischenzeitlich war meine militärische Ausbildung eine Weile unterbrochen. Ich lebte bei einem Freund, der niemanden mehr hatte. Er war ein guter Politiker und hat mir einiges mit auf den Weg gegeben." Ascius griff nun selbst zum Kelch Wein. Bis jetzt gab es kein Problem, aber gleich würde die Frage kommen, die schwierig werden würde. Warum hatte er die Laufbahn in der Legion beendet? Wieso hatte er Salkamar verlassen? Zum Glück waren die vier mit dem Essen schon fast fertig, denn Ascius Lebenslauf würde die Stimmung sicher trüben..
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Gwendolin saß still am Tisch während sie aß. Sie kam nicht umher zu bemerken, dass Isabelle wohl den Bediensteten aufgetragen hatte ihr bestes Besteck aufzudecken. Würde das Thema ihr nicht etwas Unwohlsein bereiten, würde sie wohl schmunzeln. Man könnte fast meinen, ihre Mutter würde sich Mühe geben. Wahrscheinlich hatte sie letzten Endes eben doch Angst, dass ihre Tochter bis zum Ende ihres Lebens ledig sein würde. Nicht nur eines Erbens wegen, immerhin war sie die einzige Nachkommin der Cad'ells, nein auch weil sie sich sicher wünschte, dass Gwendolin endlich ihr Glück finden würde. Sie schob sich die letzte Gabel mit Kürbispüree in den Mund und trank danach einen Schluck Wein. Ihre Beine kribbelten leicht und sie spürte den Alkohol ein wenig. Immerhin hatten sie schon zuvor im Wohnzimmer zwei Kelche getrunken. Sie zumindest.
Der Tisch wurde grade abgeräumt, als die Nachspeise - getrocknete Früchte - hereinkam. Die Frage jedoch wieso Ascius seine Laufbahn in der Legion beendete , kam unerwarteterweise nicht.
"Interessiert ihr euch denn für Politik?", war stattdessen Hartwins nächste Frage und er schien Gwendolin kurz ein leichtes Lächeln zu schenken.
Der Tisch wurde grade abgeräumt, als die Nachspeise - getrocknete Früchte - hereinkam. Die Frage jedoch wieso Ascius seine Laufbahn in der Legion beendete , kam unerwarteterweise nicht.
"Interessiert ihr euch denn für Politik?", war stattdessen Hartwins nächste Frage und er schien Gwendolin kurz ein leichtes Lächeln zu schenken.
Ascius nickte. "Schon, ja. Sie ist ein effektives Mittel.. Ich war jedoch nur selten in irgendwelche Politik involviert. Meine Posten setzten zwar schonmal die Aufsicht über ein größeres Lager oder viele Soldaten voraus, aber einen wirklich großen Bezirk habe ich nie verwaltet." Ascius schob sich eine der getrockneten Früchte in den Mund. Das Essen war gut. Im Ausland bekam man soetwas nicht. Gut, man bekam schon Essen, das nach Rezepten aus Salkamar hergestellt war, aber man schmeckte den Unterschied trotzdem.
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"Und wie habt ihr Gwendolin kennengelernt?" , war die nächste Frage, jedoch nicht von Hartwin. Isabelle hatte das Wort ergriffen, als sie die Gelegenheit wohl für passend hielt und Hartwin der wohl grade noch etwas zum Thema Politik sagten wollte schmunzelte nun breit und richtete seine Augen aufmerksam auf Ascius.
Gwendolin hingegen verschluckte sich fast an einer Rosine und musste sich räuspern, bevor sie sich leise entschuldigte und etwas Wein nachtrank. Sie senkte den Kelch wieder und strich sich leicht durchs rote Haar.
Gwendolin hingegen verschluckte sich fast an einer Rosine und musste sich räuspern, bevor sie sich leise entschuldigte und etwas Wein nachtrank. Sie senkte den Kelch wieder und strich sich leicht durchs rote Haar.
Ascius schmunzelte leicht. "In dem so ziemlich besten Gasthaus, das Gobiath zu bieten hat (und auch dem so ziemlich einzigen Gasthaus, das Gobiath zu bieten hat, aber Ascius verkniff sich diesen Kommentar) bei einem kleinen Umtrunk..", antwortete er. Er war nicht ganz ehrlich. Eigentlich hatte Gwendolin ihn damals gefragt, wie man sich am besten und schnellsten betrinken könne und Ascius hatte sie überredet, von Wein auf Bier umzusteigen, weil Bier besser schmeckte, aber das wusste er an dieser Stelle auch lieber unerwähnt. "Und in den darauf folgenden Tagen auch einige Male. Nunja.. so kommt eins zum anderen, aber ich denke, es lag sofort etwas in der Luft, wie man sagt..", er lächelte knapp zu Gwendolin und hoffte, seine "Ausführungen" würden ihrer Mutter bisweilen genügen.
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Isabelle nickte. Es war auch kaum etwas anderes zu erwarten. Hartwin jedoch schmunzelte und trank von seinem Wein, während Isabelle das Wort an Gwendolin richtete. "Kommst du mit in die Küche, Kind? Wir können uns überlegen was morgen auf dem Speiseplan stehen soll."
Gwendolin sah für einen Moment von ihrem Wein auf und blickte eine Spur verwirrt zu ihrer Mutter. "Ähm..sicher.", sagte sie dann aber und erhob sich gleichsam mit Isabelle und lächelte Ascius und dann ihrem Vater zu, bevor sie ihrer Mutter in die Küche folgte...
Hartwin lehnte sich im Stuhl zurück und blickte den beiden Frauen nach bevor er seine blauen Augen wieder auf Ascius ruhen ließ und nach dem Kelch griff.
"Wie ist es in Salkamar gelaufen.", fragte er, in einem ernsteren Ton.
Gwendolin sah für einen Moment von ihrem Wein auf und blickte eine Spur verwirrt zu ihrer Mutter. "Ähm..sicher.", sagte sie dann aber und erhob sich gleichsam mit Isabelle und lächelte Ascius und dann ihrem Vater zu, bevor sie ihrer Mutter in die Küche folgte...
Hartwin lehnte sich im Stuhl zurück und blickte den beiden Frauen nach bevor er seine blauen Augen wieder auf Ascius ruhen ließ und nach dem Kelch griff.
"Wie ist es in Salkamar gelaufen.", fragte er, in einem ernsteren Ton.
Ascius tippte ob des ernsteren Tones kurz mit den Fingern auf den Tisch. Auf irgendeine Art war es befreiend gewesen, dass die beiden Männer nun unter sich waren, trotz der Nachfrage Hartwins. "Gut, wie bereits gesagt.. jedenfalls am Anfang. Ich war in die Arbeit vertieft, heute nenne ich es sogar vernarrt. Es war eine Laufbahn, wie sie in den Lehrbüchern stehen könnte..", sagte Ascius und holte kurz Luft. Hartwin setzte für ihn fort. "Erst Rekrut, dann Hoplit, etwas später Optio...", der Mann hob fragend eine Augenbraue, er konnte natürlich nicht wissen, wie weit Ascius damals gekommen war. Ascius nickte. "Vom Optio zum Centurion, vom Centurion bis zum Primus." Ascius stockte. Hartwin nickte knapp, zwar war sein Blick ernst, aber auch anerkennend. "Beeindruckend - Für euer Alter." - "Ja", antwortete Ascius kurz. "Und was kam nach dem Primus? Reichte es nicht zum Tribun?" Hartwin trank wieder einen Schluck Wein und blickte Ascius an. Ascius zog die Augenbrauen zusammen. "Nein, es reichte nicht.. Das Ganze ist etwas.. komplizierter."
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"Aecius", sagte Hartwin lediglich, doch etwas gutmütiges, fasst bedrücktes klang in seiner Stimme mit und er setzte den Kelch ab. Er schien es zu wissen. "Seine Familie ist nicht unbekannt."
"Ich würde gerne von euch hören, Ascius, was ihr und Gwendolin in Salkamar letzte Woche gemacht habt.", sprach er und seine durchdringenden, klaren, blauen Augen ruhten wieder auf ihm.
"Ich würde gerne von euch hören, Ascius, was ihr und Gwendolin in Salkamar letzte Woche gemacht habt.", sprach er und seine durchdringenden, klaren, blauen Augen ruhten wieder auf ihm.
Warum um irgendetwas herum reden, sein Gegenüber war nicht von der Sorte Menschen, die man einfach so hinters Licht führen konnte - und das gefiel Ascius. Er nickte.
"Sie hat mir geholfen, eine alte Rechnung zu begleichen. Wie sich aber in den letzten Wochen herausgestellt hat, haben wir uns eher gegenseitig geholfen, eine Rechnung zu begleichen. Ihr wisst, wovon ich spreche." Hartwin nickte. "Wir sind konsequent und effektiv gewesen.. hatten noch zwei Gefährten, die schonwieder auf der Rückreise nach Gobiath sein sollten. Aecius erwartete uns nicht, das war unser Vorteil."
"Sie hat mir geholfen, eine alte Rechnung zu begleichen. Wie sich aber in den letzten Wochen herausgestellt hat, haben wir uns eher gegenseitig geholfen, eine Rechnung zu begleichen. Ihr wisst, wovon ich spreche." Hartwin nickte. "Wir sind konsequent und effektiv gewesen.. hatten noch zwei Gefährten, die schonwieder auf der Rückreise nach Gobiath sein sollten. Aecius erwartete uns nicht, das war unser Vorteil."
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Hartwin nickte und es war kaum zu übersehen, dass sich eine leichte Besorgnis in seinem Gesicht breit machte. Besorgnis über seine alles geliebte Tochter.
Welche übrigens grade mitsamt ihrer Mutter aus der Küche wiederkam. Gwendolin nahm wieder am Tisch Platz, aber nicht auf dem Stuhl auf dem sie zuvor saß sondern neben Ascius. Sie warf einen kurzen nachdenklichen Blick in die Richtung ihres Vaters, dann in seine, bevor sie sprach: "Hast du Lust morgen in der früh mit mir nach Lichtenheim zu gehen? Wir brauchen ein paar Sachen fürs Mittagessen und ich dachte wir könnten jene besorgen und ich kann dir gleich mehr von der Stadt zeigen." Ascius nickte ihr zu.
Auch Isabelle nahm wieder am Tischende Platz und Hartwin schien ihr zuzulächeln, wenn auch immer noch mit einer Spur Sorge im Blick. Gwendolins Mutter wandte das Wort ebenso wieder an Ascius. "Und was sind nun eure Zukunftspläne, Herr Vincus?"
Welche übrigens grade mitsamt ihrer Mutter aus der Küche wiederkam. Gwendolin nahm wieder am Tisch Platz, aber nicht auf dem Stuhl auf dem sie zuvor saß sondern neben Ascius. Sie warf einen kurzen nachdenklichen Blick in die Richtung ihres Vaters, dann in seine, bevor sie sprach: "Hast du Lust morgen in der früh mit mir nach Lichtenheim zu gehen? Wir brauchen ein paar Sachen fürs Mittagessen und ich dachte wir könnten jene besorgen und ich kann dir gleich mehr von der Stadt zeigen." Ascius nickte ihr zu.
Auch Isabelle nahm wieder am Tischende Platz und Hartwin schien ihr zuzulächeln, wenn auch immer noch mit einer Spur Sorge im Blick. Gwendolins Mutter wandte das Wort ebenso wieder an Ascius. "Und was sind nun eure Zukunftspläne, Herr Vincus?"
Was sind eure Zukunftspläne? Zukunftspläne? Bis vor einer Woche, bis zu dem Tag, an dem Aecius gestorben war, hatte es eigentlich keine Zukunft gegeben. Bevor Ascius Gwendolin kennen gelernt hatte, hatte er die Rache an Aecius als das Ende seines eigenen Lebens angesehen. Danach hätte es nichts mehr gebeben, nur noch mehr Leere. Gut, mittlerweile verspürte er wirklich nicht mehr den Drang, sich den Behörden zu stellen und sich hinrichten zu lassen, aber über die Zukunft, auf die Gwendolins Mutter gerade anspielte, hatte er sich nur wenige Gedanken gemacht. Oder hatte er sich Gedanken gemacht, sie aber aufgeschoben? Er wusste es selbst nicht so recht, aber er wusste, dass er in diesem Moment kaum mit den Schultern zucken und "Keine Ahnung." antworten könnte.
Er hatte jetzt nur einen kurzen Augenblick Zeit, um etwas fürchterlich kompetentes und intelligentes auf die Frage nach der Zukunft zu antworten. "Nun, ich denke..", fing er an, um sich noch etwas Zeit zu verschaffen, um in seinem Kopf nach der richtigen Formulierung zu finden. "Ich denke, Gwendolin und ich hatten beide kein Leben, das völlig linear und einfach verlaufen ist.. und trotz widriger Umstände sind wir uns näher gekommen.. ich sehe keinen Grund, diesen Weg nicht noch weiter zu gehen..", sagte er etwas stockend vor sich hin. Er hätte sich gerne vor die Stirn geschlagen. Nur weniges hatte ihn sonst so aus der Fassung bringen können, und er hasste es, nicht die völlige Kontrolle über sich selbst zu haben. "Ich nehme an die Zukunft..", setzte er erneut an, "..wird sich auch teilweise durch euer Urteil entwickeln."
Er hatte jetzt nur einen kurzen Augenblick Zeit, um etwas fürchterlich kompetentes und intelligentes auf die Frage nach der Zukunft zu antworten. "Nun, ich denke..", fing er an, um sich noch etwas Zeit zu verschaffen, um in seinem Kopf nach der richtigen Formulierung zu finden. "Ich denke, Gwendolin und ich hatten beide kein Leben, das völlig linear und einfach verlaufen ist.. und trotz widriger Umstände sind wir uns näher gekommen.. ich sehe keinen Grund, diesen Weg nicht noch weiter zu gehen..", sagte er etwas stockend vor sich hin. Er hätte sich gerne vor die Stirn geschlagen. Nur weniges hatte ihn sonst so aus der Fassung bringen können, und er hasste es, nicht die völlige Kontrolle über sich selbst zu haben. "Ich nehme an die Zukunft..", setzte er erneut an, "..wird sich auch teilweise durch euer Urteil entwickeln."
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"Wird sich auch teilweise durch euer Urteil entwickeln", ging es Gwendolin nochmal durch den Kopf nachdem sie es Ascius sagen hörte. Für einen Moment lang hatte ihr Herz heftig geklopft bei diesen Worten.
Isabelle schien erneut etwas darauf sagen zu wollen, jedoch war es Hartwin der ihr das Wort abschnitt als er sprach. "Letzten Endes junger Mann, liegt die Entscheidung ganz bei unserer Tochter. Sie hat die Eigensinnigkeit ihrer Mutter - ("Hartwin.", kam von der anderen Seite des Tisches.) - und ich vertraue ihrem Urteilsvermögen. Wenn sie sich in den Kopf gesetzt hat, euch ihr Herz zu schenken, dann wird das gewiss einen guten Grund haben und wir werden jenen Gewiss nicht anzweifeln. Also macht euch darum keine Sorgen.", er lächelte, dann grinste er und fügte nun doch eher scherzhaft hinzu. "Achtet nur darauf ihr ein anständiges Leben zu bieten, sonst mach ich euch Beine."
Gwendolin strich sich leicht verlegen durch ihr Haar.
Isabelle schien erneut etwas darauf sagen zu wollen, jedoch war es Hartwin der ihr das Wort abschnitt als er sprach. "Letzten Endes junger Mann, liegt die Entscheidung ganz bei unserer Tochter. Sie hat die Eigensinnigkeit ihrer Mutter - ("Hartwin.", kam von der anderen Seite des Tisches.) - und ich vertraue ihrem Urteilsvermögen. Wenn sie sich in den Kopf gesetzt hat, euch ihr Herz zu schenken, dann wird das gewiss einen guten Grund haben und wir werden jenen Gewiss nicht anzweifeln. Also macht euch darum keine Sorgen.", er lächelte, dann grinste er und fügte nun doch eher scherzhaft hinzu. "Achtet nur darauf ihr ein anständiges Leben zu bieten, sonst mach ich euch Beine."
Gwendolin strich sich leicht verlegen durch ihr Haar.
"Ich werde euch wöchentlich schriftliche Berichte zukommen lassen", scherzte Ascius zurück, froh darüber, dass das Gespräch durch Hartwins scherzhaften Einwand nicht zu emotional und vor allem peinlich wurde. Er zwinkerte Gwendolin lächelnd zu, als er ihre Verlegenheit bemerkte.
'Junger Mann', hatte Hartwin Ascius genannt. Auf Gobiath war Ascius Spitzname stets 'Alter Mann' gewesen. Vielleicht war er das dort auch noch gewesen, aber im Moment fühlte er sich wirklich um einige Jahre jünger, als zuvor.
'Junger Mann', hatte Hartwin Ascius genannt. Auf Gobiath war Ascius Spitzname stets 'Alter Mann' gewesen. Vielleicht war er das dort auch noch gewesen, aber im Moment fühlte er sich wirklich um einige Jahre jünger, als zuvor.