Des Barden Eigenarten

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Gryphius
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Des Barden Eigenarten

Post by Gryphius »

Als Gryphius sich im Stall an der Stadtmauer im Stroh niederkauerte, konnte er trotz aller Bemühungen keine Rast finden - die Ereignisse des Tages hatten ihn zu sehr aufgewühlt, als dass er überhaupt an Schlaf denken konnte. Nach seiner langen, vergeblichen Suche nach den verlorenen Schafen traf er im Nordwald erstmals seit Beginn seines Aufenthalts auf Gobiath eine ihm feindlich gesonnene Kreatur: Ein großer schwarzer Wolf, welcher ihn bis vor die Tore von Troll's Bane jagte, wo Gryphius schließlich ob der zahllosen Bisswunden, die der Wolf ihm bis dahin zugefügt hatte, zusammenbrach. Hätte sich nicht durch eine glückliche Schicksalsfügung ganz in der Nähe ein göttlicher Schrein befunden, wäre Gryphius verloren gewesen, und auf ewig dem Tod und der Vergessenheit anheim gefallen. Seit der Zeit, die er bei jenen, an die er nicht denken möchte, in Gefangenschaft saß, war er nie wieder dem Tode so nahe gewesen.

Still dachte er bei sich:
»Wenn mich am Ende mein Schicksal ereilt, sollte dies dann etwa alles gewesen sein? Sollte der Rest meines Lebens, der dann am Ende übrig geblieben ist, dann nichts weiter sein, als ein Häuflein trocken Laub von einem einst so schönen, aber lange schon abgestorbenen Baume? Der, sowie niemand mehr drauf achtgeben mag, sich beim ersten Windstoß in alle Richtungen zerstreut, und vergessen wird, dass es den Baum, von dem sie einst abgefallen, je gegeben hat? -- Darf dies passieren?«

Verzagt blieb Gryphius im Stroh sitzen, und ließ seine Gedanken weiterhin kreisen. Doch einen Entschluss hielt er fortan fest: Sein Ende solle nicht kommen, ehe er sich das Leben verdient habe.
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Gryphius
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Als Gryphius in seinem Nachlager saß, und der Glut beim Verglimmen zusah, fühlte er eine Regung in sich, welche ihm schon lange Zeit vergessen war: Behaglichkeit. Wenngleich ihm dennoch immer wieder in vereinzelten Schüben die vergangenen Schrecken schaudernd über den Rücken liefen, so waren diese nicht länger so oft zu verspüren, wie früher. Die Begegnung mit dem überwiegend liebenswürdigen Volk von Troll's Bane hatte seine Fähigkeit, Vertrauen zu Anderen zu entwickeln, wieder aufflackern lassen. Besonders in jener Nacht, in der die Flüsse an die Stadtmauern peitschten, und ihm im Beisein des von ihm so hoch geschätzten Deydalos die Emotionen überkochten, hatte er das Gefühl erlangt, in seinem Streben auf den richtigen Weg gelangt zu sein. Nun, da er auch wieder, dank der Freundlichkeit des Thariel Feuersturm, ein Instrument zu führen vermochte, fühlte er allmählich wieder seine bardische Muße in seinen Geist einkehren. Leise zupfte er die Seiten seiner Laute, und dachte in sich:

»Der Weg ist lang, steinig und scharfkantig, doch nichtsdestotrotz werde ich ihn weiterhin beschreiten, denn weit bin ich schon gekommen. Irgendwann werde ich so weit sein, dass ich meiner Heimat ein Andenken errichten kann, auf dass deren Schicksal noch von kommenden Generationen besungen werden möge.«

Mit leichtem Lächeln auf den Lippen machte er sich daran, noch einige Verse zu komponieren.
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Gryphius
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Gryphius saß am prasselnden Lagerfeuer, und stimmte seine neu erworbene Laute. Recht vergnügt war er, denn in den letzten Tagen hatte er endgültig jedwede Scheu abgestreift, und jede Möglichkeit der Konversation, die sich ihm darbot, wahrgenommen - wie aus einem Geysir, auf dem jahrelang ein Fels gelegen hatte, sprudelte nun alles hervor, was sich über die Jahre angesammelt. Dabei hatte er ungeahnte humoreske Züge an sich entdecken können, aber auch eine recht gefährliche Neigung zur Streitsucht: Zügellos und bar jeder geistigen Disziplin hatte er sich jeder Streiterei hingegeben, und sich der Feinde nicht wenige gemacht.

Besonders im Zuge des Angriffs auf den mit ihm befreundeten Enwell hatte sich sein loses Mundwerk jedweder Kontrolle entzogen, und über eine halbe Stunde einen Schwall von Unfreundlichkeiten auf Drex, welcher Enwell am Brunnen schlug, ergossen - was Gryphius jedoch nicht reuhte, denn von Anfang an war zwischen beiden wenig Sympathie gewesen. Meriel Pelith hingegen, so schien ihm im Nachhinein, hatte er durch den Satz
»Und ihr solltet aufhören zu glauben, ihr könntet euch mit eurem Fleisch jedwede Narrenfreiheit erkaufen!« offensichtlich ernstlich beleidigt - zumindest der Härte der Ohrfeige nach zu urteilen, die sie ihm für diese Worte zukommen ließ. Dennoch zog er aus jedem Disput, den er führte, ein sonderbares Gefühl der Zufriedenheit, welches er sich jedoch nicht erklären konnte - denn ein solches Schandmaul hatte er früher nicht besessen.

Gryphius fuhr fort, noch einige Verse seines Epos über seine Heimat zu dichten, denn lange genug hatte er nun damit gewartet. Jedoch drängte sich eine Frage immer wieder in den Vordergrund, welche er schon seinen Freunden Siltaris und Midrusio am Ufer des "Troll's Vein" unterbreitet hatte:
»Wie lange mag es wohl noch dauern, bis jemand einen Meuchelmörder auf mich ansetzt?«. Weder sie, noch Gryphius selbst, vermochten darauf eine Antwort zu geben, jedoch hoffte er, dass er noch sein Opus vollenden könne.
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Gryphius
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Gryphius war aufgewühlt, wie er es schon lange nicht mehr war. Endlich hatte er darüber reden können: Mit Siltaris hatte er die Person gefunden, der er seine Vergangenen Schrecken anvertrauen konnte - Er sprach erstmals seit vielen Jahren wieder von seiner Heimat: Von der grünen Insel Virecta, ihre weiten Felder, ihrem freundlichen, gebildeten Volk, ihren singenden Grillen, seinen geliebten Eltern, und ... seiner Gefährtin Felicitas. Wie sehr er sie liebte ... und wie alles im grauen Nebel versank, und er in der Gefangenschaft der Namenlosen alle erdenkliche Marter erlitten hatte. Siltaris war die einzige, die ihm jemals Glauben schenkte, denn ausgelöscht schien die Existenz seiner Heimat. Von allen Karten getilgt, von jedem verleugnet. Siltaris hatte ihm das Versprechen gegeben, dass sie, sollte sie ein neues Sternenbild entdecken, es nach seiner Insel benennen würde. »Schön wäre das.« dachte Gryphius in sich. »Dann wird sie ewig weiterleben an einem Ort, der auf immer dem Zugriff jedwedes Schattens entzogen ist. Wahrlich unsterblich wäre sie dann. Und auch Felicitas...« Wann immer er sich dieses Namens erinnerte, überkamen ihn Momente der körperlichen Schwäche. Doch war es letztlich genauso, wie Yridia ihm einst sagte: »Wir können das Vergangene nicht verläugnen.« Rastlos blickte Gryphius umher, er fühlte sich in einem Schwebezustand. Wohl aufgrund dessen, dass nun die Bürde vieler Jahre von ihm genommen war. Wenngleich er dennoch fühlte, dass er noch lange brauchen würde, bis er die gesamte Geschichte niederzuschreiben imstande wäre, fühlte er sich erstmals seit jener glücklicheren Zeiten wieder - frei.
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Die Hohephase, in welcher Gryphius sein neues Glück schier unendlich vorkam, hatte nun letztlich ihr jähes Ende gefunden: Er fühlte sich elendig, niedergeschlagen, schmutzig und ausgebrannt, denn ausgerechnet Siltaris, jener edlen und redlichen Kämpferin, mit der er doch so ein inniges freunschaftliches Verhältnis aufgebaut hatte, ja, der er sogar seine Lebensgeschichte anvertraute, hatte er belogen, verraten und verkauft. Dabei war er mit den besten Absichten herangegangen, doch bewahrheitete sich hier abermals die altbekannte Bauernweisheit, dass die schändlichsten Untaten mit den besten Absichten begangen wurden. Die Ehre seines Freundes Brendill hatte er retten wollen, und trotzdem war nun jener ein weinendes Häufchen Elend, und Siltaris würde ihn und Gryphius wohl auf immer und ewig meiden. Bei sich dachte Gryphius: »Schon als ich die Tränen des Kummers über die Wange dieses untadeligen Wesens rinnen sah, nachdem ich ihr vom Ableben des Brendill berichtete, hätte ich klare Verhältnisse schaffen müssen, denn selbst habe ich schon viele davon vergossen, und weiß, welch seelische Pein damit verbunden ist. Als Freund sah ich mich, und dennoch strafte ich sie mit solch höllischen Qualen. Was bin ich nur für ein törichter Narr, ein rückradtloses Scheusal. Verdiene ich überhaupt die Bekanntschaft mit solch einer edlen Frau? Wie kann ich für diese Missetat jemals Vergebung erlangen?« Da ihn die Schuldgefühle am Schlaf hinderten, stimmte er mit seiner Laute einige Moll-Akkorde an, und sang ein Lied, welches ihm eine Echsefrau namens Tarrhna Zaaphk einst vorsang.

Dein Schweigen lastet dumpf im Raum - will mir das Herz beengen
und einen strahlend schönen Traum - vom Licht ins Dunkel drängen;
Vergänglich Glück, im Nehmen hart - und über Nacht zu Eis erstarrt.
Ein falsches Spiel zerriss das Band, - das doch so stark uns schien.
Wenn alle Hoffnung ausgebrannt, - treibt müd' die Zeit dahin,
gleich einem welken Blatt im Wind. - Wen kümmert's, dass wir Fremde sind?
Du wartest stumm, mit leerem Blick - auf das erlösende Signal.
So geh, genieße Deinen Sieg, - doch lass mich noch ein letztes Mal
hinauf, zu Himmelshöhen schweben - um dann aufs Neu' mit Dir zu leben.


Die Namenlosen, welche Gryphius damals in der Schwärze gefangenhielten, hätten, so berichtete er Siltaris, die böse Saat in sein Herz gepflanzt, welche von Zeit zu Zeit ihr Früchte treibe. Heute hatte wohl Siltaris die bittere Ernte erhalten...
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Anmerkung: Die noch ausstehenden Details, den Vorfall mit Siltaris betreffend, sind dem Aushang "Brendills Laster..." auf dem zweiten Blatte zu entnehmen.

In seinem Nachtlager musste Gryphius sich mehrfach selbst ohrfeigen: Welch Narretei war doch heuer nur in ihn gefahren? Das leidenschaftliche Verhältnis zu Lady Aleytys hatte ihm wohl vorrübergehend jedwede Vernunft aus dem Kopf vertrieben, denn seine Steitsuch hatte heute ein Ausmaß angenommen, über welches sogar er selbst nur fassungslos den Kopf zu schütteln vermochte. Er war jedem auf die Zehen getreten, wer nicht rechtzeitig die Füße hatte zurückziehen können, und immer waren es jene, denen er entweder köperlich deutlich unterlegen war, oder die ein großes Netzwerk von politischen Verbindungen für sich beanspruchen konnen: Erst drängte er seinen Freund Glóin, der sich einst Brendill nannte, zu einem Faustkampf, welchen er mit einem schmerzenden Unterkiefer verzollte. Später beleidigte er einen Oger, auf welchen er, als sich jener mit einem Troll innerhalb der Stadt prügelte, mit Silas um 15 Kupferlinge gewettet hatte - und verlor:
»Törichter Oger!« sagte er zu diesem »Deinetwegen habe ich fünfzehn Kupfer an Silas verloren!« Hätte Gryphius nicht sofort klein beigegeben, und sich demütig unter seinen verschränkten Armen verkrochen, hätte dieses Wesen ihn wohl zu Sülze zerrieben. Später geriet er wieder einmal an Meriel Pelith, mit der er, bar jedes Sinnes und Verstandes, den alten Streit wieder hatte aufkochen lassen, und das obwohl er eigentlich keinen Groll mehr gegen sie hegte - der allerletzte Funken Vernunft, den er in diesem Moment noch beheimatete, hielt ihn gerade noch davon ab, Dinge auszusprechen, die ihm wohl ein Nachtlager im Stadtgefängnis beschert hätten, denn auch Rothman war zugegen gewesen. Den krönenden Abschluss bildete er jedoch, als er noch einen der Orks, welche in letzter Zeit die Stadt terrorisierten, ob seines Körpergeruchs aufzog. »Etwas riecht hier drinnen so strenge!« sagter er frech, als jener Ork sich in Elizas Geschäft an einer Kiste zu schaffen machte. Hätte Glóin gegebüber dem Ork nicht behauptet, Gryphius sei betrunken gewesen, wäre ihm wohl ein Schicksal als Schrumpfkopf am Gürtel dieses Orks sicher gewesen.

Innerlich sprach er zu sich:
»Gryphius, dies mag eine neue Erfahrung für dich sein - daran ist auch nichts Verwerfliches, fast jedem Manne ward schon durch einen schönen Frauenkörper der Verstand vernebelt. Aber wie sollst du bitteschön dieses Erlebnis weiter auskosten, wenn du tot bist? Denn genau dies wirst du bald sein, wenn du weiterhin alles und jenes verspottest und beleidigst. Reiß' dich am Riemen! Schreib wieder mehr Lieder, singe den Leuten was vor, anstatt ihnen ständig Tritte in die Hacken zu versetzen. An Feinden wirst du auch künftig keinen Mangel haben, also schaffe dir nicht auf Biegen und Brechen neue!« Immer wieder sann er darüber nach, bevor ihn der Schlaf zu sich nahm, um ihm hoffentlich die bitter nötige Abkühlung für sein Mütchen zu erteilen - und ihm auch Aleytys im Traum begegnen zu lassen.
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Nun hatte er es endlich getan: Zehn Jahre, in der die Marter und die Ungewissheit seine ständigen Begleiter gewesen waren, und ihm Tage und Nächte die schlimmsten Qualen beschert hatten, hatte Gryphius sich nun endlich von den Schatten der Vergangenheit befreien können - durch die Kraft, welche ihm Aleytys, seine gute Freundin Siltaris, und das restliche freundliche Volk von Gobiath ihm gespendet hatten, fühlte er sich nun imstande, den Weg zum Platz anzutreten, ich welchem die Toten zur ewigen Ruhe gebettet werden, um dort für Felicitas und seine Heimat Blumen niederzulegen. Nicht länger sollte die Vergangenheit über seine Zukunft gebieten, er selbst wollte ihr alleiniger Architekt sein.

Unter Geleit von Siltaris reiste er zum Friedhof, zielgerichtet und fest entschlossen, wenngleich seine Knie immer weicher wurden, je näher er dem Ort kam. Als er jedoch schlussendlich am Eingang zur Gedenkstätte stand, verließ ihn kurzzeitig wieder der Mut: Mit welchem Recht trug er seine Verlobte zu Grabe, wo er doch nie ihren toten Körper erblickt habe? Was solle er Felicitas nur entgegnen, stünde sie eines Tages wieder vor ihm, um ihn zu fragen:
»Gryphius! Weshalb hast du mich zurückgelassen?«. Siltaris, der er die gesamte schmerzvolle Geschichte um das Verschwinden seiner Heimat anvertraut hatte, verstreute seine Zweifel wieder: Sie hätte niemals gewollt, dass er sich den Rest seines Lebens ob ihres Verlusts gräme - er solle wieder mit frohem Mut in die Zukunft blicken.

Mit diesen Worten überreichte sie ihm ein Flammenkelchblüte - sofort stieg Gryphius ein vertrauter Duft in die Nase, welcher alte Erinnerungen wieder aufleben ließ: Jene Art Blume pflegte Felicitas immer, zu einem Kranz zusammengesteckt, auf ihrem lockigen, braunen Haar zu tragen. Er sah sie vor sich, wie sie über das wollweiche Gras der weiten Wiesen auf Virecta tanzte, wie sie sang, lachte und herumtollte - Wie sie ihn im Gras niederwarf, und sich beide von dem Duft und den geräuschen der singenden Grillen berauschen ließen. Dieses Bild wolle er für sich behalten, und nicht das schmerzliche Ende. Jene Frau hatte er aufgrund ihrer unbändigen Lebensfreude so sehr geliebt, daher wolle er von nun an ihre Lebenseinstellung für sich bewahren.

Er nahm einen letzten tiefen Atemzug, und durchschritt das Tor. Eiseskälte schlug ihm entgegen, als er den Platz betrat - jener Platz verhieß Tot und grausamen Schlaf im frostigen Boden, so fasste er den Entschluss, nur kurz zu verweilen. Er legte die Blumen an einem Kirschbaum nieder, stimmte einen kurzen Grabgesang an, und sprach schließlich:


»Meine Liebe Felicitas. Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit unseres letzten Beisammenseins. Nimmer hatte ich die Hoffnung aufgegeben, dich irgendwann wieder in meine Arme schließen zu können. Doch nun ist es an der Zeit für mich, wieder nach vorne zu blicken. Neues Glück ward mir hier gegeben, neue Freunde, und eine neue Liebe habe ich gefunden. Daher, meine Liebe Felicitas...gebe ich dich frei. Möge deine Seele in die geweihten Hallen der Götter einkehren, und ewigen Frieden finden. Und...« bei jenen Worten überkam ihn ein kurzer Moment der körperlichen Schwäche, doch hatte er sich bald wieder unter Kontrolle. »..dass dir ein schmerzloses Ende vergönnt war.«

Als jene Worte gesprochen waren, machte er umgehend kehrt, und verließ den Platz. Siltaris hatte auf ihn gewartet, und sie begegnete gleich einem Manne, den sie zuvor noch nicht getroffen hatte: Einem Gryphius, der nun der alten Last ledig war, erfüllt von Tatendrang und Mut. Einer, der Willens war, sein Leben neuzugestalten, und nun die Kraft dazu hatte, jedwedes sich bietende Hindernis zu erklimmen. Seine Augen schimmerten vor Optimismus, innerer Ausgewogenheit und Kraft - seine lange Reise hatte nun ein Ende: Den Frieden, nach welchem er sich sehnte, hatte er sich nun verdient. Noch viele Reisen würde er unternehmen, und noch fielen harten Prüfungen würde er sich gegenübersehen, das wusste er wohl. Doch verhieß ihm jener Gedanke nicht länger Schrecken.

Endlich hatte er nach Hause gefunden.
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