Zum Alten Weidenwald - bei Nacht und Nebel

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nathi
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Zum Alten Weidenwald - bei Nacht und Nebel

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Deanna sitzt auf dem Findling auf dem sie schon als Kind so gerne gesessen hatte und schaut über die kleine Lichtung hinunter in den unteren Waldteil, in dem ein kleiner Bach plätschert.
Über dem Wald hinweg, weit im Osten kann sie von dieser Anhöhe gerade noch die südlichen Ausläufer des Aramon-Gebirges wahrnehmen. Etwa aus dieser Richtung war sie am vorigen Tage kurz vor Einbruch der Dunkelheit eingetroffen. Die Seereise verlief gut, Findari war dem Steuermann des Schiffes wohlgesinnt und bald erreichten sie den Hafen von Falmarha. Dort trennte sie sich von einem guten Freund, den sie auf einer seiner regelmässigen Reisen zum Festland begleitete. Bis Pennymill konnte sie bei einem Händlertreck auf einem Karren der Halblinge zurücklegen. Die restliche Reise in den westlichen Alten Weidenwald sollte sie schliesslich in zu Fuss zurücklegen.
Deanna war eine gute Läuferin, doch nun ruhte sie sich von den Strapazen der langen Reise etwas aus und lauschte dem Hauch Findaris, der leise durch die Wälder strich, dem Plätschern des Baches sowie schwachen Stimmen und Geräuschen aus der kleinen hinter ihr liegenden Siedlung des Hauses Tamilin etwas durchbrochen wurde. Sie genoss diese Umgebung und die altvertrauten Geräusche.
Am Vorabend ihrer Abreise wurde ihr klar wie sehr sie diese Vertrautheit vermisste. Die Geborgenheit im Hause ihres guten Freundes löste jenes Verlangen in ihr aus, sich von allem was sie in den vergangenen zwei Jahren auf Gobaith umgeben hatte, für eine Weile zurückzuziehen.
Nachdenklich schaut sie über die Baumgipfel, einige Male zeichnet sich ein kleines Lächeln auf ihrem sonst meist ernsten Gesicht ab. Heitere Erinnerungen an eine aufregende Zeit die sie mit neuen Freunden erlebt hatte, Begegnungen mit interessanten Leuten und anderen Rassen die sie zuvor noch nie gesehen hatte. Lange jedoch sitzt sie nachdenklich da, waren da doch auch viele Dinge die sie sehr bedrückten. Ein durch ihre Schuld enttäuschter Mensch, komplizierte Situationen mit Orks und diesen schrecklich starrsinnigen Norodajs. Dann diese Doppelliebe zu zwei Männern. Die erste hoffnungslos weil jener eine Mann nicht von seiner verschollenen Verlobten lassen kann, die andere enttäuschend, weil jener jedes Detail von ihr preisgeben hatte, aber seine eigenen Gefühle und ihr Verhältnis verschwieg. War sie ihm vielleicht peinlich, oder einfach nur ein vergnügliches Abenteuer? Schliesslich die vielen Situationen in denen sie sich von mächtigen Personen bevormundet fühlte, indem solche sich immer wieder in ihre eigenen Planungen und Bahnen ihres Lebens stellten. Ihr Freiheitsgefühl und der Wunsch nach Geborgenheit überkam sie an jenem Abend, an dem sie sich auf eine kurzfristige Abreise entschloss.
Die jüngeren Elfen ihrer Familie stellten viele neugierige Fragen, die Älteren tauschten Blicke mit ihr aus, alle würden sie wissen wie ihr zumute war. Deanna schaut verächtlich und sehnsüchtig zugleich nach Osten, jene Richtung in der Gobaith liegt.
Schliesslich senkt sie ihren Blick und richtet ihre Aufmerksamkeit auf ein Pergament auf dem sie bereits einige Zeilen geschrieben hatte. Einen Moment zögert sie, dann ergänzt sie das Geschriebene um eine weitere Zeile und setzt ihren Namen darunter.
Deanna erhebt sich, geht langsam zu einem Pfahl auf der Lichtung, auf dessen Ende sie das zusammengerollte Pergament legt. Wieder auf ihrem Lieblingsplatz zurückgekehrt beobachtet sie den heran fliegenden riesigen Adler, der schliesslich die Rolle mit seinen Krallen ergreift und mit mächtigen Flügelschlägen in einer Schleife nach Osten davon fliegt. „Zu den Grauen!“ ruft sie ihm nach, und schaut ihm mit einem Lächeln hinterher, bis er schliesslich in der Ferne verschwindet.
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nathi
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Deanna sitzt auf einem Hocker auf der kleinen Wiese hinter den Haus ihrer Mutter und schnitzt lustlos einige Schäfte für Pfeile. Immer wieder wirft sie einen verärgerten Blick auf das abgenutzte Werkzeug. Im Hause Tamilin das hier im westlichen Teil des Alten Weidenwaldes ein altes Jagd- und Wohnrecht von den Halblingen genießt, gibt es leider keinen Schmied. Alle Metallwaren werden vom Rest der Sippe aus dem Schattenwald bezogen. Reisen zwischen den Sippenteilen finden aufgrund der Entfernung nur ein bis zweimal im Jahr statt. Heute ist die Ankunft einer Elfengruppe aus dem Schattenwald angekündigt, ihre Großmutter Deannalin wird dabei sein. „Wäre nur einer wie Jerem hier“ spricht sie leise vor sich hin während sie die stumpfe Klinge ihres Messer betrachtet. Kurz darauf vernimmt sie einige unbekannte Stimmen von der Vorderseite des Hauses und blickt auf, als ein stattlicher Elf in feiner Lederrüstung um das Haus herumkommt, sich verbeugt und sich in einiger Entfernung auf einem Baumstumpf niederlässt. Deanna deutet eine leichte Verbeugung an und lächelt ihm etwas zu: „So seid ihr also angekommen“.
Der Elf nickt, verneigt sie leicht und betrachtet sie eine Weile, schliesslich bemerkt er: “Du musst Deanna sein“. Sie senkt ihr Schnitzwerkzeug und schaut ihn prüfend an „Wie kommst du darauf, und wer bist du?“ Er grinst verschmitzt und und erwidert „Du siehst aus wie deine Großmutter... ..“. Noch bevor er seine Antwort aussprechen kann erhebt sich Deanna ruckartig und wirft ihr Werkzeug und den halb fertigen Pfeilschaft nach ihm. Er hebt die Arme zum Schutz, rollt sich erschrocken zur Seite und sieht noch wie sie sich von ihm wegdreht und einige Schritte auf das Haus zugeht, bevor sie mit verschränkten Armen und erhobenen Haupt stehenbleibt.
Deanna schaut zum Haus hinauf und bemerkt ihren Oheim Elahín der lächelnd zu ihr herabblickt. Eladín ist der jüngere Bruder ihres Vaters. Seit dessen Tod hat sich Elahín ihrem Schutz und ihrer Ausbildung angenommen, in vielem war er wie ein Vater für sie. Leider verstanden sich Elahín und Deannas Mutter Loreena nicht sehr gut. Beide hatten sehr unterschiedliche Meinungen über ihre Zukunft. Während Elahín sie in Jagd und etwas im Kampf ausbildete, hätte es die sensible Loreena lieber gesehen, hätte sich Deanna mehr den Künsten gewidmet, für die das Haus Tamilin stand. Feine Kleidung aus weichen Stoffen oder makellosen Leder. Die Kleidungstücke und auch Schuhe des Hauses Tamilin waren weit bekannt, und wurden von vielen Elfen des Schattenwaldes bis hoch im Norden des Smaragdwaldes getragen. Sogar einige Menschen und Halblinge reisten von weit her an, um sich von den Schneidern der Familie Kleidung anpassen zu lassen.
Deanna zeigte jedoch niemals Interesse für diese Handwerkskunst, sie verschwand lieber mit Elahín ausgerüstet mit Pfeil und Bogen tagelang im Wald. Loreena erkannte früh das in ihrer Tochter eine Abenteuerin steckt, und musste Elahín gewähren lassen, Deanna hätte ohnehin nicht auf sie gehört.
Elahíns Blick wurde nun etwas ernster, er nickt ihr zur und deutet mit einer knappen Geste ins Haus. Deanna steigt die Baumtreppe hinauf ohne den Elfen auf der Wiese noch eines Blickes zu würdigen, ihre Gedanken sind längst woanders.....
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nathi
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Deanna steigt die Treppe zum Baumhaus hoch und wird oben von Eladín empfangen, er geleitet sie zum Eingang, nickt ihr lächelnd zu und schiebt sie sanft ins Haus. Sie tritt in den großen ovalen Hauptraum des Hauses ihrer Mutter. Über die leicht aufgestellten Dachplatten fällt das Licht der Sonne herein. Am anderen Ende des Raumes stehen ihr zwei Elfinen gegenüber. Während ihre Mutter Loreena wie immer ein dunkles aufwendig geschnittenes Kleid trägt, ist die andere Elfin die ihr noch den Rücken zukehrt in schlichten Stoffen mit Lederbesätzen gekleidet. „Komm herein Deanna“ spricht diese leise während sie sich umdreht. Deanna stockt der Atmen als ihre Großmutter Deannalin ihr gegenübersteht und ihr zulächelt. Die beiden Elfinnen die nun vor ihr stehen, sehen sich mit ihren langen schwarzen Haar und den dunklen Augen verblüffend ähnlich. Nur an ihrem Ausdruck lassen sie sich unterscheiden. Während Loreena ihren stets besorgten und nachdenklichen Gesichtsausdruck trägt, ist Deannalin das strahlende Gegenstück zu ihrer Tochter. Deanna schmunzelt etwas beim diesem Anblick, der sie erkennen lässt das sie einige Eigenschaften von beiden geerbt hat. Der offene und belebende Blick ihrer Großmutter und die vertraute ruhige Art ihrer Mutter durchdringen ihren Geist und lassen sie einen Moment alles andere um sich herum vergessen. Deanna nähert sich ihren beiden mütterlichen Elfinen, wortlos umarmen sie sich eine Weile gemeinsam.
Deanna schaut ihrer Großmutter schliesslich ergründend in die Augen und fragt sie: „Du wolltest mich sehen?“. Deannalin nickt und ihr Lächeln bekommt einen leicht bedauernden Ausdruck. „Es ist an der Zeit Deanna, ich habe etwas für dich.“ erwidert sie leise, während ihr Blick an ihr vorbei wandert und für einen Augenblick nachdenklich in die Ferne zu schauen scheint. „Hast du in der Ferne andere Elfen gefunden Deanna?“ fragt Deannalin schließlich, während ihr Blick langsam zum Fenster und den unten auf dem Baumstamm sitzenden Elfen wandert.
„Unter anderem … ja“ antwortet Deanna knapp, während sie ihren Blick demonstrativ vom Fenster weg richtet. Deannalin wendet sich nun wieder zu ihr und berührt sie mütterlich an den Arm, während Loreena die beiden still und mit ernster Miene beobachtet.
Deanna lacht innerlich etwas. Eigentlich hätte der Vergleich des Elfen mit der Ähnlichkeit zu ihrer Großmutter ein Kompliment sein sollen. Deannalin ist trotz ihres sehr hohen Alters eine aufregend attraktive Elfin. Nur winzige Fältchen an den Augenwinkeln verraten ihr wahres Alter. Die lässige Reisekleidung, halbhohe Stiefel und die bis zur Tailie reichenden tiefschwarzen Haare die sie stramm zusammengebunden trägt, verleiten ihr eine jugendliche Ausstrahlung.
Loreena ihre Tochter hingegen, trägt ihr Haar offen und wirkt in ihren strengen und feierlichen Kleidern braver und erwachsender als Deannas Großmutter. Deannalin hatte wie bei Elfen üblich im Laufe ihres langes Lebens schon mehrere Partnerschaften, aus denen auch einige Nachfahren hervorgingen. Deanna vermutet im Stillen, dass der Elf im Garten einer dieser Linien entstammt. Loreena ist ein Kind aus einer von Deannalins ersten Partnerschaften, und gleichzeitig ihre älteste Tochter, die somit den traditionellen Namen Loreena erhielt, der sich in ihrer Familie bei jeder ältesten Elfin einer Generation jede zweite Generation mit dem Namen Deanna abwechselte. Deanna erhielt ihren Namen somit als älteste Tochter von Loreena.

Deannalin überspielt ihre Enttäuschung über die Reaktion ihrer Enkelin geschickt und wendet sich einem Gegenstand zu, der in einem Laken eingewickelt ist. Sie faltet das Laken vorsichtig auseinander, bis eine leicht schimmernde Rüstung erscheint. Die Rüstung ist schmal und leicht, Deannalin hebt sie mühelos hoch und hält sie Deanna fast etwas feierlich entgegen. Deanna betrachtet die zierliche Rüstung mit erstaunten Augen und berührt sie schliesslich mit ihren Fingerspitzen. Sie fühlt bei der ersten Berührung ein leichtes Kribblen, fast als würden ihr Runen über die Finger huschen. Leicht erschreckt zieht sie die Finger zunächst zurück. Schliesslich hängt Deanna ihren grauen Umhang über den Stuhl, Deannalin und Loreena halten die Rüstung etwas geöffnet, so dass sie mit gesteckten Armen einfach nur hineinschlüpfen braucht. Deanna vernimmt ein leichtes Klicken, die Rüstung ist geschlossen. „Warum passt sie mir wie angepasst Deannalin?“. „Weil ich sie getragen habe, sowie sie zuvor Deannalimin getragen hat, und auch ihre Großmutter davor.“ sagt Deannalin. Loreena ergänzt:“ Du bist erwachsen, und bist ein Abbild deiner Ahnen. Es gibt ausser uns niemand dem diese Rüstung besser passt.“
Deannalin betrachtet ihre Enkelin in der Rüstung und lächelt ihr ermutigend zu: “Es ist nun an der Zeit, dass du sie übernimmst Deanna“
Loreena wendet sich ab und nimmt einen keinen Kasten aus der Asthöhle eines Baumstammes der wie ein Pfeiler durch den Raum führt. Sie öffnet den Kasten und hält ihn Deanna hin.
„Auch diesen Ring sollst du nun tragen Deanna“ spricht ihr Deannalin leise von der Seite zu. Deanna nimmt den Ring vorsichtig aus dem Kasten und betrachtet ihn eingehen. Es ist ein glänzender Goldring, in dem ein geschliffener Topas eingelassen ist. Innerhalb des Topas scheinen drei kleine Topase zu schweben, die egal wie man den Ring dreht, immer die gleiche Position beibehalten. Loreena nickt ihr auffordernd zu. „Mutter, Großmutter ... welchen Bund gehe ich damit ein?“ fragt sie schliesslich und ergänzt etwas trotzig:“ .. doch nicht etwa mit ihm?“, während sie verächtlich in Richtung des auf der Wiese stehenden Elfen schnaubt.

„In erster Linie gehst du einen Bund mit dir selbst ein Deanna, denn diese Dinge sind für dich bestimmt“ antwortet ihr Deannalin mit beruhigenden Worten. „ .... für alles andere solltest du dir Zeit nehmen.“ ergänzt sie schliesslich.
Deanna möchte spontan etwas erwidern, hält dann aber inne als sie ein wütendes Funkeln in den Augen Deannalins bemerkt. Sie kannte diese Funkeln aus ihren eigenen Betrachtungen im Spiegel, und weiß das es vernüftiger ist Deannalin jetzt nicht unnötig zu reizen.
Deannalin holt einen stabartigen Gegenstand der bisher in einer Ecke im Schatten gestanden hatte. Der Stab entpuppt sich als dunkelgrauer Bogen. Während Deannalin mit dem Bogen näher kommt, erkennt sie das er mit seltsamen elfischen Runen verziert ist, ansonsten jedoch sehr schlicht wirkt. Deannalin stellt sich mit dem Bogen vor ihre Elkelin und streicht sanft über den Bogen. „Sei immer bedacht mit diesem Bogens Deanna, du wirst es spüren wenn sein Einsatz von Nöten ist.“
Mit diesen Worte überreicht sie ihr den Bogen, hält dabei jedoch einen Moment inne und schliesst ihre Augen. Schliesslich legt sie Deanna mit einem Ausdruck der Trauer den Bogen in die Hände „Er hat ebenfalls einmal Deannalimin gehört. Ich habe ihn von ihr einst erhalten, so wie du ihn heute von mir Deanna“.
Deanna spürt das kühle Holz des Bogens in ihren Händen, bei den Worten ihrer Großmutter durchfährt sie ein wärmendes Gefühl das sie erschaudern lässt .....
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Leise plätschert der Erenin vor sich hin, kleine Wellen spülten über die Stämme. Vom Ufer her sind die Laute einer Schafherde zu vernehmen die irgendwo hinter den Büschen des nördlichen Ufers grasen. Sie richtet sich etwas auf und schaut flussabwärts nach Osten und sucht den Horizont nach den ersten Anzeichen der Aramon Berge ab. Die Luft ist jedoch feucht und die Fernsicht verliert sich im Dunst. Am frühen morgen passierte das Floß die Mündung des Draikon, der Erenin führt jetzt am Ende des Elos viel Schmelzwasser aus dem Westen, das sich mit dem Zufluß aus dem Erin und Draikon zu einem schnell fliessenden Strom entwickelt, der sie schnell in Richtung Lor-Angur führt. Seit mehreren Tagen ist sie ab dem Erin mit einer Gruppe Flößer unterwegs, die Holz aus dem Alten Weidenwald auf dem Wasserweg an die Küste bis nach Ann-Korr transportieren. Die Reise auf den großen Flössen verläuft schnell und verhältnismässig sicher, weil alles für die lange Reise auf den Flossen mitgeführt wurde und die Reise nicht durch Landgänge unterbrochen wird. Es gab Unterkunftszelte und ein so genanntes Küchenfloß auf dem ein Feuer brannte. Über ein Dutzend Flosse sind über starke Trosse miteinander verbunden und werden von Flößern die überwiegend kräftige Menschen waren stromabwärts gesteuert. Wie Deanna reisen noch weitere Passagiere auf den Flossen mit, mit denen sich die Flösser ein leichtes Zugeld verdienen. Sie überlegte ob sie in Lor-Angur von Bord gehen sollte und eines der teueren magischen Portale nach Koldamar aufsuchen sollte, oder mit den Flössern weiter bis Ann-Korr fahren um dort ein auslaufendes Schiff aufzusuchen. Allerdings war es aufgrund der Nähe aussichtsreicher in Koldamar ein Schiff zu finden das nach Gobaith segelt. Auch war die Gefahr eines Piratenüberfalls auf diesem Seeweg nicht so groß.
Deanna dreht sich langsam um und schaut nach Osten zurück, in die Richtung aus der sie kam...

Ihr Aufbruch und die Trennung verlief leider nicht ohne Unbehagen. Ihre Großmutter wollte sie mit einem Elfen namens Taalríen verkuppeln und zusammen mit ihm und ihr in den Schattenwald zurückkehren. Nach einer ganzen Nacht die sie mit Deannalin diskutiert hatte, gab Deanna schliesslich dem Drängen der von ihr sehr geschätzten Großmutter nach. Selbst Loreena und Eladín waren einer Meinung und unterstützten den Vorschlag Deannalins.
Unschlüssig trat Deanna zusammen mit Deannalin, Taalríen sowie einigen anderen Elfen der Sippe den Weg zum Schattenwald an, der von nun an ihre Heimat werden soll. Taalríen war auf der Wanderung sehr nett zu Deanna, doch bald entpuppte er sich als endloser und übertriebener Schmeichler. Seine fast schon erdrückende Fürsorglichkeit erinnerte sie an die Zeit mit Drakon. Die feinsinnige Deannalin bemerkte bald, dass er für Deanna niemals eine Herzensangelegenheit würde, dies unterstrich auch Deannas sehnsüchtiger Blick den sie oft nach Osten in die Ferne warf. Nach einem Tagesmarsch erreichte die Gruppe den Erin und lagerte dort bei der Gruppe von Flößern die gerade das Holz von den Weidenwald-Halblingen übernommen hatte. Deannalin nahm ihre Enkelin zur Seite und umarmte sie. Sie sprach leise zu ihr „Ich möchte dich nicht jeden Tag unglücklich sehen. Viel mehr lieber möchte ich dich glücklich in der Ferne wissen. Folge deinem Herzen meine Tochter“.
Deanna sprach mit Taalríen und entschuldigte sich bei ihm. Er hatte ihre Ablehnung schon seit dem ersten Kennenlernen gespürt und wirkte nach der Aussprache eher erleichtert als bedrückt. Beide trennten sich nach einer kurzen freundschaftlichen Umarmung mit einem Lächeln. Deanna verabschiedete sich von Deannalin und den anderen Elfen, und ging zu dem Anführer der Flößer, die gerade die Ausrüstung auf die Flosse schufen...
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