Hausabriss

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Jupiter
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Hausabriss

Post by Jupiter »

((Translation will follow..sometime.))

Schon seit einigen Tagen drangen gar ungewöhnliche Laute durch die nordwestlichen Gebiete des Nordwaldes. Brechen, Schlagen, Knacken - wo mochte dies seinen Ursprung haben?
Und so mancher Wanderer, der sich in die Tiefen des Nordwaldes verirrte, mochte seinen Augen nicht trauen, wenn er einen riesigen Troll erblickte, der eine halbe Hauswand zu tragen schien. Was mochte hinter diesen seltsamen Begebenheiten des Waldes liegen?
Es war der Druide Merung.

Die schwarze Robe lag auf dem Boden. Sein weißes Hemd und die graue Hose waren mit Dreck und Flecken des Bauschuttes übersät. Sein blondes Haar schien vom Staub grau gefärbt zu sein. Die weiße Haut war mit Schnitten und Rissen versehen. Die Knöchel seiner Hände waren wundgescheuert und in den Nagelbetten sammelte sich das Blut. Doch auf seinen Lippen zeigte sich ein kleines Lächeln. Es war nicht eines dieser traurigen Lächeln, die er Anderen oft zeigte. Nein, es war ein kleines, schwaches, aber tatsächliches Lächeln.
Fast pausenlos hat er in den letzten Tagen gearbeitet. Mit bloßen Händen hat er Stühle und Tische auseinander genommen, die Wände mehr oder weniger geschickt zum Einsturz gebracht und alles auf einem Karren aus dem Wald geschafft; eine schier unmögliche Tortur für jemanden von Merungs schwachem Körperbau.
Die einzige Hilfe, die er hatte, kam von eben jenem riesigen Troll, welcher sich grunzend ein oder zweimal eine riesige Steinplatte griff und diese aus dem Wald trug. Dem Troll trieb wohl das gleiche wie Merung: dieses Fremd, dieses Haus, das sich gleichsam einer Wunde in dem Wald zeigte, zu beseitigen. Lange hatte Merung damit gewartet, zu lange, wie er sich eingestehen musste, doch nun war er der letzte von jenen, die dieses Haus nutzen und endlich hatte er mit dem Abriss beginnen können.
Er hatte schnell Fortschritt gemacht. Das Haus war nun schon bereits zum Größtenteils abgerissen. Es standen nur noch wenige Wandteile und auch im Keller mussten bereits einige Möbel weichen und auch das Parkett war auf einer großen Fläche entfernt worden. Doch war es nicht dieser rasche Fortschritt, der Merung Lächeln lies, sondern die schnelle Genesung des Waldes. Merung hatte befürchtet, dass, nachdem er diese Wunde des Waldes beseitigt hätte, eine große Narbe zurück bleiben würde, dass der Wald dieses Gebiet nicht allzu schnell wieder zu Seinem machen könnte. Doch dem war nicht so. Merung erfuhr offenbar nicht nur Unterstützung von dem einen Troll, sondern auch von den Geistern dieses Waldes.
Jeden Abend, wenn er sich vom Abreißen erschöpft niederlassen wollte, betrachtet er die Hütte und das Gebiet um dieser. Es war kein Stück des Waldes das er erblickte. Es war etwas Fremdes in Mitten des Waldes. Doch wenn er morgens aufwachte, sah er die Veränderungen. Der Boden wurde Stück für Stück wieder fruchtbarer, selbst der vertrocknete Boden unter der abgerissenen Hütte konnte wieder Pflanzen hervorbringen.

Und nun stand er da, mit dem kleinen Lächeln. Es hatten besonders bemerkenswerte Veränderungen in dieser Nacht stattgefunden. Dort, wo einst die Hütte war, wuchsen nun gar Reben und trugen sogar Früchte und der Boden lies einige kleine Blumen wieder sprießen und da wusste Merung, dass diese Wunde des Waldes schon sehr bald vollkommen verschwunden sein würde.
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Rhianna Morgan
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Post by Rhianna Morgan »

((EDIT: Sorry, no translation, I don't have this lot of time. This is about the pixie Aarya, a very good friend of Merung. She discovers what he is doing in the post above ;) and sorry for the ooc))

Aarya hatte sich schon vor einiger Zeit von dem Haus zurückgezogen. Für sie war dies keine nennbare Dauer. Jahreszeiten wanderten in ihrer normalen Reihenfolge an ihr vorbei, es lag nicht in ihrer Natur diese zu zählen. Für einen Menschling musste es sich wohl anfühlen wie Jahre.

Aber freigeistig wie die kleine, unbändig neugierige Fee war, und rastlos wie sie in einer menschlichen Behausung und in deren Nähe hatte werden müssen, trieb es sie fort von dem einen Menschen, den sie so innig liebte. Von Merung.

Die Veränderungen, der Lärm, kurz, die Arbeiten im Wald konnten einem so eng mit der Natur verwachsenen Geschöpf wie ihr nicht entgehen. Nicht einmal der Trollling hielt sie davon ab, beim Nebelbruch vorbeizuschwirren. Surrend ließ sie sich auf einem Ast nahe der Lichtung nieder. Auf den Druiden, der in seine Arbeit vertieft schwitzte, zuzufliegen, das lag ihr scheinbar fern. Vielmehr schwirrte sie bald weiter beim Versuch hinter sein Schaffen zu kommen. Sie wusste ja zu genau, auf Fragen antwortete er so langsam dass sie es ebenso gut untersuchen konnte.

Zwar hatte die kleine Fee keine Kenntnis von Baumaßnahmen, oder Abreißaktionen. Denn Sinn von Mörtel hätte man ihr sicher über Stunden erklären müssen. Und dennoch hätte sie dann gefragt warum man nicht Lehm benutzte, den einem Mutter Erde so bereitwillig zum Nestbau gebe?
Doch Aarya war trotz ihrer Unkenntnis keineswegs dumm. Sie erkannte was den Druiden umtrieb, der zum Zeitpunkt ihrer letzten Begegnung diese Hütte noch mit einem Zwergling geteilt hatte. Ein Zwergling, den sie ebensowenig leiden wie jetzt sehen konnte. Merung machte seine Behausung kaputt, die so übergross in ihrem geliebten Wald gehockt hatte wie ein steinernes Tier, Rauch ausspuckend wenn der Menschling Essen für sich kochte, wie er das nannte.

Sie kannte den ganzen Wald. Die Grünlinge und die Trolllinge, die Vögel, Tiere und Insekten. Die Pflanzen und die Sonne, den Mond und Wind, Schnee, Regen und Düfte.
Sie alle hatten ihre Lieder, und Aarya hörte stets auf die Lieder der Wesen, die sie interessierten und die ihr ungefährlich erschienen. Kaum ein Lied war so sonderbar gewesen bisher wie Merungs.
Er verließ sein Nest, ohne ein neues zu bauen. Sie hätte das neue längst entdeckt wenn es eins gäbe. Menschlinge waren tollpatisch wenn es ums Verstecken ging. Tollpatschiger Menschling, wie oft hatte sie ihren Weggefährten wohl schon so genannt?
Sie hatte nicht mit ihm gesprochen, eine Weile nicht, aber sie vermisste ihn sobald sie ihn gehen sah. Denn er würde gehen. Menschlinge waren wie Feen, sie brauchten ein Nest. Zwerglinge und Halblinge brauchten Höhlen. Menschlinge steinerne Nester.

Der Tag brach neu an. Sonnenstrahlen weckten Aarya, als sie zu ihrem Nesteingang hereinbrachen, und die Vögel erzählten ihr davon, dass es Herbst war. Mit Vögeln konnte man immer sehr gut schwatzen. Vor allem mit Singvögeln. Sie hatten es nie wirklich eilig. Und wenn sie doch eilten, dann war sowieso Zeit mal ein Winterschläfchen zu bedenken, oder zumindest einen Elfling-Schneider zu finden für wärmere Kleider.
Sie kämmte ihr seidiges, schulterlanges walnußfarbenes Haar mit ihren zarten Fingern, und strich das kurze Gewand glatt, dass sie im Sommer getragen hatte. Dann schlüpfte sie in ihre winzigen Stiefel und ging zum Nestrand. Wie die Kobel eines Eichhörnchens hing es hoch oben im Baum, fern aller boshaften Blicke und aller möglichen Angreifer. Sie sah sich kurz um und trat von der Kante.
Ihre heute safrangelben Flügel fingen sie knapp über den untersten Zweigen ab, und sie surrte gleich einem zartgelben Pfeil durch den Wald. Nur ihr eines, längeres Zöpfchen, das ihr bis zur Hälfte des Rückens gefallen wäre, flatterte links hinter ihrer Schulter wie ein Kometenschweif.

Nicht lange, und sie erreichte die ehemalige Lichtung, an der Merungs Hütte einmal gewesen war. Junge Pflanzen sangen dort ihr Lied, und begrüssten die Sonne so wie sie es tat. Bald schon würde man den toten Fleck des Waldes nicht mehr spüren, und es würde so sein, als habe Merung nie hier gewohnt.

Sie sah ihn, sah sein Lächeln, und kurz darauf ließ sie sich sanft auf seiner Schulter nieder, wie ein Lufthauch strichen ihre gelben Feenflügel über seine Wange.

"Und wohin nun, Merung?"

Mit einer Zärtlichkeit die bei ihren unterschiedlichen Rassen erstaunen konnte, lehnte sie sich an seinen Hals als sie sich setzte. So wie vor einer Weile, bevor sie sich selber ein Nestchen besorgt hatte.

"Wohin treibt dich der Wind nun, in der Welt der Großen, jenseits des Waldes?"
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Jupiter
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Post by Jupiter »

Der Druide wandte seinen Kopf kaum merklich ein wenig zur Seite und blickte aus den Augenwinkeln zu der Fee, ehe er wieder auf die letzten Mauerreste blickte. Eine Windböe tobte durch die Kronen der Bäume und lies sie mit ihren Blättern raschen. Was sollte ich diesen Wald verlassen?", fragte Merung schließlich, "Draußen gibt es weder etwas, das ich brauche, noch etwas, das ich will." Mit der Fee auf seiner Schulter schritt Merung zu einem der verbliebenen Mauerstücke. Er kniete sich vor diese, schob etwas Schutt zur Seite und eine kleine grüne Pflanze kam ans Tageslicht. Mit seinem Zeigefinger strich er vorsichtig über das zarte, junge Pflänzlein und sprach: "Mein Platz ist hier und er wird es wohl auch für den Rest meines Lebens bleiben." Er richtete sich wieder auf und blickte in den Wald hinein. "Und", sprach er weiter, "Ich bin froh darüber. Wäre ich doch in der Welt außerhalb dieses Waldes früher oder später zu Grunde gegangen." Sein Blick wurde zusehends trüber. Für Aarya war es wohl nicht schwer zu wissen woran, oder besser an wen er gerade dachte. Seine Liebe war genau so grenzenlos wie vor Jahren, doch auch sein Schmerz schien nie nachgelassen zu haben. Schweigend hin er einige zeit seinen Gedanken und Gefühlen nach, bis er leise meint: "Doch ist es nicht so, als ob ich eine Wahl hätte..."
Und nach diesen letzten Worten sollte ein weiterer Tag des Abrisses beginnen.
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Rhianna Morgan
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Post by Rhianna Morgan »

Rätselhaft wie stets war Merungs Antwort, aber sie beruhigte die Fee trotzdem. Er würde sie und den Wald nicht verlassen. Warum er so knapp vor dem Winter sein Nest zerstörte, war ein Geheimnis wie die vielen anderen die er eben hatte. Manche teilte er, andere behielt er für sich, und dann war es trotz aller Neugierde meist müßig sich den Kopf zu zerbrechen, man fand es ohnehin heraus wenn es Zeit war. Seltsamer Menschling, immer nachdenklich, und wie sie wusste, ebenso leicht traurig wie sie fröhlich.

Sie verweilte noch eine Weile mit ihm, schwatzte von alten und kommenden Zeiten, versuchte seinen Trübsinn aufzuheitern. Ob es ihr gelang? Ein wenig sicherlich, aber vollständig konnte man das bei dem Druiden nie wissen. Mal war er beinah glücklich, dann wieder stahlen sich die finsteren Wolken zurück vor sein Gesicht.
Als der Abend hereinbrach flatterte sie schließlich zu ihrer Behausung, und rollte sich unter ihren Flügeln zusammen wie eine kleine Katze. Friedlich schlief sie, und dachte nicht länger an das was wohl noch werden würde. Die Neugierde war etwas für den Tag, nicht für die Nacht. Und Merung würde hier bleiben. Es war beständig und wechselnd zugleich wie Mutter Natur, und deswegen war es auch gut.
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Jupiter
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Post by Jupiter »

Der Winter, die Zeit in der alles ruht und sich der Schnee wie eine Decke über die Insel legt, um sie im Schlafe Kraft für das nächtes Jahr sammeln zu lassen, war vorbei. Auch Merung und der Hausabriss hatten in dieser Zeit geruht. Meist saß der Druiden in den halb auseinander genommenen Kellerräumen. Bei sich hat er nur eine Schüssel, in der eine kleine aber helle Flamme loderte, welche ihn vor der Kälte schütze. Doch der Frühling war gekommen und Merung hatte diesen genutzt, um die letzten Mauerreste zu entfernen und auf Karren aus dem Wald zu schaffen. Ein weit größeres Problem blieb der Keller. Merung verbrachte an manchen Tagen mehr Stunden in diesem als im Sonnenlicht. Diese Arbeit schwächte ihn zusehends. Er war kein Handwerker und erst recht kein starker Krieger. Sein Körper war für solche Anstrengungen nicht gedacht und je mehr und härter er arbeitete, desto schwächer wurde er. Und letzten Endes kam er dadurch doch nur langsamer voran.

Es war mittlerweile Tanos. Merung hatte gerade die letzte Karre mit Schutt aus dem Wald geschafft. Das Haus, diese Wunde des Waldes, war fort. Doch obwohl die Natur bereits mit ihren Kräften dem Platz alte Kraft wieder gab, blieb etwas zurück. Die Spuren des Hauses waren noch immer zu sehen und vom Keller, das, was sich in die Erde gefressen hatte, brauchte man nicht zu reden. Ja, die Wunde war weg, doch eine Narbe war geblieben.
Nun stand der Druide also da, von der Arbeit gezeichnet. Sein weißes Hemd und die graue Hose waren vom Bauschutt beschmutzt. Die weißen Hände mit Schwielen versehen und Risse an den langen Fingern, Blut sammelte sich in einigen der Nagelbette. Es war keine einfach Aufgabe gewesen, doch nun war es geschafft. Zurückblieben ein zwar befreiter, dennoch verletzter Wald und ein lädierter Druide. So vergingen die Stunden und Merung kniete mittlerweile auf dem Boden. Die Sonne bäumte sich ein letztes Mal auf und färbte mit ihrer letzten Kraft den Himmel in ein leuchtendes Rot. Merung wusste, dass auch für ihn die Zeit gekommen war und dieser Tag endlich ein Ende finden sollte. Er griff nach seinem Eichenstab, den einst hier in diesem Wald vor seinen Füßen fand, und erhob sich. Für Merung fühlte es sich an, als wären seine Knochen morsche Äste, die jeden Moment brechen könnten. So schritt er auch sehr langsam und bedächtig an die Stelle, wo zur vor noch dieser steinernen Klotz stand. Er lies seinen Blick über den Boden schweifen. Mit seiner letzten verbliebenen Kraft hob er den Eichenstab über seinen Kopf und rammte ihn in die Erde. Einige Risse bildeten in der Erde, die noch mit kleinen Steinen übersät war. Merung taumelte einige Schritte zurück und sank auf den Boden. Erschöpft seufzte er: "Endlich...", und schloss die Augen um in einen tiefen Schlaf zu sinken.

Die Sonne war gerade aufgegangen und schickte ihre ersten Strahlen auf die Insel hernieder, welche den Wald aufwärmten und einen neuen Tag ankündigten. Der Tau benetzte noch die Gräser, Blätter und Blüten. Eine sanfte Brise glitt durch den Wald und strich, einer zartern Berührung gleich, durch die Blätter der Bäume und ließ diese rascheln. Der Hauch des Windes fuhr auch durch das blonde Haar des Druiden und schien zu ihm zu flüstern: „Wach auf, Merung, wach auf.“ Langsam öffnet Merung seine Augenlider. Es war ihm nicht klar warum, doch er fühlte sich wohl. All die Schmerzen schienen aus seinem Körper geflohen zu sein. Als er seinen Kopf hob, stockte ihm der Atem. Er sah dort eine riesige Eiche, wo zuvor das Haus stand. Merung erhob sich und blickte sich ungläubig um. Nichts war mehr davon zu sehen, dass hier einmal ein Haus war. Blumen und Gräser über deckten den Boden um die Eiche, welche kraftvoll in den Himmel ragte. Die Lichtung mit dem abgerissenen Haus hatte sich in einen Hain verwandelt, umrahmt von mächtigen Tannen. Merung schloss wieder die Augen und atmete tief ein. Er konnte spüren, dass dieser Ort nun wieder kraft besaß, vielleicht sogar mehr als je zuvor. Er Schritt zu der großen Eiche und blickt an ihr hoch. Er wusste, wie dieses Wunder passierte. Er wusste, welche Mächte hier gewirkt haben. Merung hatte das getan, was in seiner Macht stand. Er hatte das abgerissen und die Trümmer hinaus geschafft und die Natur, der Wald, dessen Wesen und Geister taten das ihre um zu helfen. Merung hob seine Hand und legte sie auf den großen Stamm. Ein kleines Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen und er senkte die Hand wieder. Als er seinen Blick wieder durch den Hain streifen ließ, fiel ihn ein kleines Erdloch auf. Er ahnte, dass dort runter wohl noch der Keller liegen würde und schritt zum Loch. Vorsichtig stiegt er hinab, landete dennoch recht unsanft auf hartem Boden. Doch was er erblickte, war keineswegs der unliebsame, monströse Keller. Er stand auf festem, Höhlenboden und vor ihm erstreckte sich ein unterirdischer See, der wohl mehr als die Hälfte der Höhle einnahm. Aus den Wänden ragten Leuchtpilze, die ihm genug Licht boten und aus den Höhlenwänden ragten dicke, feste Wurzeln, die an manchen Stellen bis in den See ragten. Ihm war klar, dass diese starken Wurzeln zu der Eiche gehören mussten. Er verließ die Höhle wieder und setzt sich unter eben jene Eiche. Merung lehnte seinen Kopf gegen den Stamm und lächelte wieder schmal, dann schloss er die Augen und genoss nur noch die neu gewonnene Kraft.
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Rhianna Morgan
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Post by Rhianna Morgan »

Aarya erwachte, und spürte, dass der Wald in der vergangenen Nacht große, übermächtige Kräfte freigesetzt haben musste, was er sonst nie tat. Obschon sie gut wusste wie mächtig Mutter Natur war, erstaunte es sie doch, dass diese Macht eingesetzt worden war. Unruhig erbebte sie und flog hinaus, heute allerdings weniger schnell und übereifrig, sondern für ihre Rasse ungewöhnlich vorsichtig.
Häufig hielt sie an, und sprach mit den Bäumen, mit Vögeln und Tieren, um herauszufinden was geschehen war. Aber keiner ihrer Freunde gab ihr eine befriedigende Antwort. Auch dies war ungewohnt und ein wenig beängstigend.

Hätte die Fee weniger Vertrauen in den Wald, in das Gute im Wald gehabt, wäre sie der Lichtung sicherlich fern geblieben. So aber näherte sie sich und landete auf einem Ast, dessen Belaubung sie vor Blicken schützte und ihr doch gestattete, Merungs alte Heimstatt auszukundschaften.

Ja, sie kannte die Macht der Natur. Sie selber hatte Kräfte, die sie niemals einsetzte, wenngleich ihre Kräfte nicht aus ihr kamen. Sie konnte nur die Erde, die Bäume oder die Sonne bitten, etwas zu tun, und wenn ihr Ruf stark genug war, dann würde es geschehen, sofern es gut war.
Der gigantische Baum war über Nacht gewachsen, und sie konnte instinktiv spüren dass dies nicht die einzige Veränderung war. Aber sie spürte auch dass Merung nichts geschehen war, sie konnte den Liedern um sie her entnehmen dass es ihm gut ging.

Aarya zögerte nicht länger, sondern flog auf die Lichtung, und begann sie nun voller Neugierde und Tatendrang zu erkunden, aber auch nach dem Druiden zu suchen. Wo konnte er nur stecken? Doch nicht immer noch in dem Erdloch das er *Keller* nannte und in dem er sich über Wochen verkrochen hatte als wäre er ein Maulwurf?
Ohne zu zaudern folgte sie ihm in die Tiefe, ihre rötlichen Flügel leuchteten matt und wie eine kleine, schimmernde Libelle erreichte sie die Höhle. Ihr Mund öffnete sich erstaunt und dann begeistert. Dieser Ort war so GUT, so vollkommen, er war reinste, schönste Natur. Von den menschlichen Bauten war nichts mehr zu spüren, rausradiert, als habe es sie nie gegeben, und nur Merung dort am See zeugte noch davon dass es hier einmal anders ausgesehen hatte.
Sie landete auf seinem Knie, denn er hockte gerade, und sah strahlend zu ihm auf. "Bist du nun glücklich, Merung?"

Lächelnd beschrieb sie einen Kreis mit einem ihrer Arme, und sah sich dabei erneut um. "Ich finde es wunderschön. Der Wald hat dich willkommen geheißen."
Ehe er überhaupt antworten konnte war sie schon wieder aufgeflogen, und schwebte nun hinaus über den silbernen See, bewunderte ihr Spiegelbild im Wasser und tanzte über der glatten Fläche, sie hier und da mit einem Fuss oder einer Flügelspitze berührend so dass winzige Wellen sich ausbreiteten, weiter wurden, bis sie das Ufer trafen.

Sie verbrachte den Tag bei dem Druiden, und verließ ihn erst als es Nacht wurde. Aber sie hatte den Wunsch ihm etwas zu schenken, daher winkte sie ihn mit sich und landete auf dem kühlen Waldboden, inmitten der Lichtung. Sie wusste dass Druiden Pilzkreise mochten und brauchten, aber sie wollte dass ihr Druide einen besonderen Kreis bekam, mächtiger als die meisten wilden Kreise es sein mochten.
Und so kniete die winzige Gestalt auf dem Boden und berührte die Erde mit den Handflächen, während sie die Augen schloss und der Erde zuhörte. Erde, das war nie nur der Gesang von Erde. Sie hörte Tiere, Wurzeln, Steine, und sie hörte Pilze deren Geflechte nur darauf warteten aus dem Boden hervorzukommen. Sanft lockte sie die Pilze, sprach mit ihnen in ihrer Sprache, bat sie ihr zu helfen. Sie sang mit ihnen zusammen ihr Lied, und tatsächlich, es schien gut und richtig. Die Kraft kam nicht aus ihr, sie kam aus Mutter Erde und aus den Pilzen selber. Um die Fee herum sprossen die rotkappigen Fliegenpilze aus dem Boden, die sie so hübsch fand wegen der weißen Punkte. Sie wurden größer und größer, während ihre Hüte kreisförmig um Aarya Gestalt annahmen. Die Fee verstummte als sie spürte dass es nun Zeit war. Die Pilze waren größer geworden als sie es normal geworden wären, aber sie waren nicht zu groß, nicht so groß dass es den Pilzen hätte schaden können. Dennoch waren sie groß genug dass die Fee sich darunter hätte unterstellen können wenn es regnete.

Aarya erhob sich und berührte die einzelnen Teile des Kreises, nacheinander, sie bedankte sich bei ihnen für die Hilfe und wünschte ihnen eine gute Nacht.
Dann erst beachtete sie den Druiden wieder, wünschte auch ihm eine gute Nacht, und flog davon in den Teil des Waldes, in dem ihr Nest schon sehnsüchtig auf sie wartete.
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