Langsam geht Aria den Weg entlang. Die Umgebung scheint ihr vertraut und fremd zugleich. Die Erinnerung entgleitet ihr, gerade als sie meint, sie greifen zu können.
Vor einem Stadttor hält sie an. Bevor sie es durchschreiten kann, wird sie von Kampflärm abgelenkt. Sie schaut in die Richtung, doch es scheint kein ernsthafter Kampf zu sein.
Wie halt in Troll’s Bane üblich. Moment.. denkt sie. Ist das der Name der Stadt? Und in ihrem Gedächtnis formen sich Fragmente zusammen zu einem Bild.
Froh darüber, doch nicht ganz fremd zu sein, geht sie in die Stadt. Menschen begegnen ihr, begrüßen sie zum Teil höflich, zum Teil freundschaftlich und auch mit Sorge oder Erleichterung? Wieder versucht sie, etwas in ihrem Gedächtnis zu finden, doch bleibt alles im Dunkel. Auch kein Name will sich den Gesichtern zuordnen. So versucht sie, ihre Verwirrung mit fröhlicher Gelassenheit zu überspielen. Nur für eine längere Zeit ist das nicht zu machen. So verlässt sie die Stadt wieder, geht ohne nachzudenken gen Süden, bis sie die Union erreicht.
Als sie, müde vom Weg, kurz die Augen schließt, fühlt sie, dass dieser Ort etwas Besonderes beinhaltet, etwas Vertrautes. Und wieder, ohne dass sie darüber nachdenken kann, formt ihre Erinnerung die Stücke zusammen, die sie zu der Gewissheit bringen, dass sie dort hingehört.
Sie weiß, dass sie hier noch etwas zu tun hat. Auch Gesichter tauchen vor ihrem geistigen Auge auf. Nur.. wie steht sie zu diesen Gesichtern ohne Namen?
Als ihr Blick zu dem Grabstein in der Nähe des Eingangs wandert, fühlt sie einen Stich im Herzen. Doch auch diese Erinnerung entgleitet ihr, bevor sie sie fassen kann.
So geht sie weiter bis zu den Feldern. Eine Elfin steht dort, zusammen mit einer Halblingsdame. Sie sagt, sie hätte sich gesorgt und sie zusammen mit Re gesucht?
Was soll das nun wieder heißen? Sie sei einige Zeit unauffindbar gewesen?
Völlig durcheinander geht Aria in den nahen Wald, bemüht, Ordnung in ihre Gedanken zu bekommen. Sie setzt sich unter einen der Bäume, den Blick zum Wasser gerichtet.
Kleine, silberne Fische spielen in den Wellen. Sie ist sicher, dass sie schon einmal hier so gesessen hat, wieder fühlt sie einen Stich tief im Herz. Doch auch dieses Mal lässt sich die Erinnerung nicht greifen.
Als sie langsam wieder ruhiger wird, stellt sie fest, dass sie sich zwar an die Stadt, in der sie war, erinnert, nicht aber an ihr Leben dort. Erst in den Wäldern kurz bevor sie Troll’s Bane erreichte, setzt ihre Erinnerung wieder ganz ein. Unfähig, noch weiter zu grübeln, schließt sie die Augen. Egal, was gewesen sein mag, sie ist zu Hause. Alles andere würde die Zeit ihr bringen.
Aus dem Dunkel
Moderator: Gamemasters