Wenn der Wind wiederkehrt...

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Enwell van Illdoran
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Wenn der Wind wiederkehrt...

Post by Enwell van Illdoran »

Es war eine harte Woche. Eine Woche in der sich soviel verändert hatte. Eine Tochter und dafür keine Frau mehr. Er hatte gedacht er hätte sein altes Leben zurück, als er den Ehering auf Kittys Nachttisch legte. Doch nun bei der Meditation wurde ihm bewusst das es ganz und gar nicht sein altes war. Es war alles neu, alles offen, selbst wenn es schmerzte dass er ein altes Kapitel dafür geschlossen hatte. Enwell war gewachsen und Kitty sicher auch. Betrunkenen Gemütes sah er die Dinge ganz gelassen und optimistisch.
Und doch war dort dieser Schmerz in ihm. Dieser Schmerz der nicht aufhören wollte, seit sie Edward geküsst hatte. Dabei war es nur ein Kuss, nur ein kleiner Kuss. Doch dieser Schmerz saß tief. Es war sein Ego, dass danach schrie einer Frau zu zeigen welch Dummheit seine eigene begangen hatte. Das man ihm sagte: Wie kann sie etwas bei einem anderen Suchen wenn sie dich hat, der doch alles zu geben vermag.
Für wahr, Enwell war Eitel. Für wahr, auch Enwell besass, wie der Rest seiner Familie, diesen unbeugsamen Stolz auch wenn er niemanden dafür umbringen würde, der versucht diesen zu brechen. Er würde demjenigen beweisen wie unbeugsam er ist, mit welch stolzem Manne dieser sich anlegt und ihn dardurch wieder ins Gleichgewicht bringen.
Und für wahr, Enwell war Arrogant. Er hielt sich für schön, Wortgewandt und charmant. Wobei er dies nicht als arroganz ansah, viel mehr als Selbstkenntnis. Er wusste er war schön, er wusste er war wortgewandt und er wusste er charmant. Er war in seinen Augen ein sehr begehrenswerter Mann. Auch wenn er das von sich selbst hielt nicht oft, wenn nicht nie äusserte.
Und nun, da Cromwell ihm seine Frau geküsst hatte, fühlte er sich in genau diesem Ego verletzt. Was konnte er ihr geben? Und die bittere Antwort war gewesen, Cromwell hatte in sie Interresse und dabei keine Kinder. Und so bewegte sich in Enwell immer mehr das Pendel zu dem grauen Neutralen Weg, dem Weg des Betrachters, der unvoreingenommen davon ausging das Kitty es wieder tun könnte, da Enwell nun mal vernarrt in sein freches Gör war. Und Enwell hatte so viele Pläne mit ihr. Wie oft würde er Kitty vernachlässigen, die ihm nur mit süßem Verständnis antwortem würde, ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen würde und sich selbst somit den Verführern ausliefern würde wenn ihre Bedürfnisse Überhand von ihr nehmen würde.
Als ihm dies klar wurde kam eine Wut über ihn. Es war aussichtslos. Er würde Ilaya, durch sein eigenes Verantwortungsgefühl nicht hinten an stellen können. Er würde sie nicht alleinlassen können, zumal es sein eigener Bruder war der ihre Mutter umbrachte. Enwell war das irgendwann, er Katherine verlassen würde, oder Kitty ihn.

An diesem Tage machte er sich auf in die Ruinen der verfluchten untoten um erneut nach den Schätzen der verfluchten zu suchen und sich selbst an ihren wankenden Körpern abzureagieren. Enwell war so unausgeglichen. Seit seiner letzten Reise nach Illdoran hatte er keine Nähe bekommen. Etwas das jemand wie Enwell braucht um einen klaren Kopf zu waren und wonach er einfach süchtig ist. Die Nähe einer Frau. Seine eigene war verletzt dardurch das er vor 15 jahren eine tochter zeugte. Noch dazu war es ein komisches Gefühl sie zu berühren wo doch beinahe ein anderer von ihrer Schönheit gekostet hätte. Und so liess er seine Frustration an den Mumien aus in dem er sie in stücke schlug.

Dann kam Layla...
Eine Frau mit einer gefährlichen Aura. Es war üblich für Enwell zu Frauen charmant und höflich zu sein. So kam er ins Gespräch mit ihr. Dann passierte etwas unerwartetes. Layla hatte gefallen an ihm gefunden. Es schien sie so sehr nach ihm zu verzehren, dass sie beinah innerhalb der Ruine über ihn herfallen wollte. Doch wie sollte er dies verantworten. Er war Vater und Ehemann, allerdings einer Frau die vor kurzem selbst jemand anderes geküsst hatte. Er hatte den Spieltreib und das Verlangen und doch war dies Gewissen da, das wahre Liebe in der Ehe auszeichnete. Und Layla, zerfetzte es. Gnadenlos versuchte sie ihn zu verführen presste ihn gegen die Wand und probierte ihn zu küssen. Immer wieder drehte er sich weg und versuchte ihr nicht zu verfallen. Doch Enwell hatte schon immer diese Schwäche. Bisher konnte er es immer vermeiden verführt zu werden, immer wieder kam ihm der Gedanke der so unschuldigen reinen Ehefrau. Doch nun kamen ihm Bilder seiner Ehefrau in den Kopf, die Augen geschlossen während Cromwells Mund auf dem ihrem lag. Sein letzter gedanke der ihn vor der Hingabe bewahrt hätte war entstellt.

Und so gab er sich hin. Und letztendlich bereute er es nicht. So war er sich sicher dass er sich von Katherine trennen würde. So bald sie es verkraften würde würde er ihr es offenbaren.


Und nun... nun fühlt er sich verloren und besiegt, und doch neu und frei... Der Wind, der kommt und geht war zurück...
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Katherine van Illdoran
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Post by Katherine van Illdoran »

Kitty schmeckte das Salz auf ihren Lippen. Das Salz des Meereswindes der ihr entgegen schlug, und das Salz ihrer Tränen.
So viele hatte sie die letzten Tage vergossen. So viele, glaubte Kitty, dass sie selbst dieses Meer damit hätte füllen können.
Und die tiefe dieses Meeres war nicht annähernd vergleichbar mit der Tiefe ihres Schmerzes. Sie blickte nach vorne und sah... nichts. Nur Meer und dunkle Wolken die den Himmel verhangen und dessen Wind der ihr nur weiter die Tränen in die Augen trieb.

Ihre Zukunft war so ungewiss und unüberschaubar wie dieses Meer. Wenn sie ihre Augen schloss und ihr Herz pochen hörte, dann fühlte sie, wie es ihr immer und immer nur den einen Namen zurief: Enwell.

Kitty war sich gewiss, dass sie nie mehr glücklich werden würde. Das sie nie mehr dieses vollkommene Glück verspüren würde, wie sie es jedes Mal verspürt hatte wenn sie in seinen Armen lag. Wollte sie wirklich leben ohne dieses Gefühl? Wollte sie wirklich leben ohne in der Lage zu sein jeden Tag in Enwells liebende Augen zu sehen. Ohne neben ihm aufzuwachen. Wie lange würde es dauern bis sie sich an diese Leere gewöhnt hatte, die er in ihr hinterließ... wie lange würde es dauern bis sie an verbittertem Herzen starb. Wie lange...

Kitty blickte wieder in Fahrtrichtung, während ihr weitere Tränen über die blassen Wangen liefen...


Ich fühle mich zerissen
in zwei Hälften meine Seel' geteilt
die eine will dich lieben und dich nie mehr missen
die and're trägt eine Wunde die nicht heilt.

Während ich also nach dir greife
geh ich ein, zwei Schritt zurück
Es ist der Schmerz an dem ich reife
auf der Suche nach dem Glück.

Doch nehme ich die Ketten ab
die ich mir selber angelegt
bin ich frei in meiner Tat
und verloren auf dem Weg.
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Enwell van Illdoran
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Post by Enwell van Illdoran »


Vater, Tochter, Ehe, Scheidung, Versprechen, Betrug, Eifersucht, Streit, Verzweiflung, Vertrauen, Schwur, Zerbrochen, Liebe, fern fern fern weht der Wind.



*-swuasch-*

Enwell tauchte auf und schleuderte einen Teil Wasser des Fairy Tears mit einer ruckartigen bewegung seine volle Mähne in den Fluss zurück. Der Rest tropfte ihm in einer sonnig glitzernden Spur den Rücken und die breit gewordenen Schultern hinab. Noch halb im Wasser stehend sah an sich herunter und betrachtete die Reflektion eines stolzen und stark wirkenden Mannes, dessen Augen nicht nur die Farbe, nein auch den anziehenden Glanz zweier Smaragde hatten. Für einen Moment lang betrachtete er sich selbst, neigte den Kopf von links nach rechts, als wüsste er nicht ob er sich selbst in dem Wasser sah.
Dann schöpfte er mit den Händen Wasser aus dem Flusse und schlugt sich Frische in das Gesicht. Der Fluss würde den Schweiss seiner Arbeit mit ins Meer tragen und Enwell wünschte sich er würde die Sorgen gleich mitnehmen....

Layla.. wo war sie nur? Mehr als ein Mondzyklus war schon vergangen seit er sie das letzte Mal sah. Spielte sie etwa ein Spiel mit ihm, weil sie noch stets im Glauben war er spielte eines mit ihr? Nach den letzten Stunden des Trainings war es ihm gleich geworden, mit welchem Stahl sie ihm drohen würde, doch nicht egal war ihm, sie unglücklich zu sehn. Wollte sie doch die einzige sein, die seinen Körper auf jene Weise berühren durfte wie es bis vor kurzem nur Katherine vermocht hatte...

Katherine.. Ein Lebe wohl hatten sie ausgesprochen und doch fühlte Enwell, auch wenn es schwer war seinen Stolz für einen Moment zu beugen und es zuzulassen, dass der Teil von sich den er ihr geschenkt hatte, mit ihr gegangen war, zusammen mit dem Ehering und seinem Abschiedskuss. Und noch viel schwerer einzugestehen, war wie sehr er diesen Teil vermisste. Vor allem da die nun wichtigste "Frau" in seinem Leben, so vertieft in ihre Studien war, das er sie selten erwischte um seine Väterlichkeit auszuüben.

Ilaya... In ihr fand er Erfüllung. Er hatte sie eitelerweise schon sein kleines Meisterwerk getauft, tief in seinem Innersten. Sie war so erwachsen und doch so unreif. Waren das alle Kinder? Wohl kaum. Enwells Tochter musste etwas besonderes sein. Wie stolz er jedoch auch auf ihre Disziplin war, die sie antrieb jetzt schon einen Monat in der Akademie zu verbringen, so war er betrübt sein kleines Töchterlein so wenig zu sehn. Er wollte am liebsten jeden Tag von ihren Fortschritten aus erster Hand erfahren, wollte Zeit mit ihr verbringen und ihr ein Vater sein wie es sich gehört. Doch brauchte sie denn noch einen Vater, so reif wie sie war? Selbst wenn nicht, so brauchte Enwell seine Tochter. Zumindest konnte Pellandria ihn beruhigen, dass sie in der Akademie schon zurecht kommen würde...

Pellandria... Schön, anziehend, verführerisch so dass Enwell der Versuchung nicht wiederstehen konnte. Er war interressiert in ihr Interresse. Er wollte nicht ihre Liebe, nicht ihren Körper, nur ein erfreutes Lächeln wenn sie ihn sah, gleich ihren Blick auf sich richtend, und vielleicht mit einem Hauch Verlangen in den Augen. Und er wusste das er dies bekam. Doch womit er nicht gerechnet hatte war, dass sie noch mehr von ihm wollte... Und auch mehr bekam....

Enwell fuhr sich mit verträumtem Blick über seine Lippen. Ein Wassertropfen sprang von seiner Nasenspitze auf seine Oberlippe und wurde verschlungen von der Zungenspitze, die über diese leckte. Den wohl trainierten doch nicht protzenden Oberkörper zierten klare Wassertropfen, manche einfach nur auf seiner aschbraunen Haut ruhend, manche auf den feinen Abzeichungen seiner Muskeln zurück in den Fluss flüchtend.

Nackt wie er war watete er zum Ufer wo leichte frische Kleidung im Gras auf ihn wartete, um seine Gestalt ins Silbergraue Töne mit einem Hauch grün zu Hüllen. Jedoch erfüllte er nur seiner Hose den Wunsch, seinen gepflegten und reinen Körper zu bekleiden. Er lehnte sich an seinen persönlichen lieblingsbaum vor der Burg und sah zum Himmel, als er einen Kamm nahm und sich durch das Rabenschwarze Haar fuhr.

Er würde dem Verlauf neutral entgegen sehn. Alles würde sich am Ende schon ausbalancieren...

Doch konnte er es kaum erwarten die nächste Entwicklung zu erleben.
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