Kampfwut

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eirik-thorfastsson
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Kampfwut

Post by eirik-thorfastsson »

Lautlos, ohne auch das geringste Geräusch zu erzeugen, jeden Muskel seines Körpers angespannt, bereit zum Zuschlagen bewegte sich der Wolfskrieger geschickt wie ein Schatten durchs Unterholz. Nur seine gezückten Schwerter blitzen im hellen Licht des Mondes von Zeit zu Zeit auf wie die Augen eines wilden Tieres. Sein Blut kochte vor Wut, seine Gesichtszüge vor Zorn verzerrt. Der Wolf war auf der Jagt. Er würde sie finden. Er würde sie erledigen bevor sie überhaupt realisierten, was mit ihnen geschah. Doch er wusste, er befand sich gerade auf einem gefährlichen Grat. Es wäre nicht das erste Mal, dass diese Wut, dieser Hass, die Herrschaft übernahm. Es wäre nicht das erste Mal das sein Blut dermassen kochte, das er Freund von Feind nicht mehr unterscheiden konnte. Ja, Blind vor Zorn alles tötete was ihm vor seine Klingen lief. Tief in seinem Innern machte ihm das irgendwie Angst. Doch nur auf diese Weise konnte er Kräfte entfallten, die über der Kraft eines Menschen hinaus gingen. Kräfte, die ihn nicht mal stoppen würden, wenn ihm ein Schwert im Rücken steckte. Ein Wolf auf einer unbarmherzigen Jagt.
Er würde diese Kraft brauchen. Ihr Brief, von einer kränklichen schwachen Hand geschrieben, hatte ihn erreicht. Sie waren stark. Sehr stark. Also würde er sie brauchen. Diese Kraft.
Doch es hatte einen schahlen Nachgeschmack. Das wusste er. Er fürchtete sich davor, die Kontrolle über sein tun zu verlieren. Komplett im Zorn zu versinken. Im Hass zu tun wozu er sonst nie fähig wäre. Er durfte nicht über diesen Punkt hinaus gehen. Nicht mehr. Zu lange hatte er dies immer wieder getan. Genau das hatte sein ehemaliger Jarl an seinen Wolfskriegern geschätzt. Furchtlos, schmerzlos, ohne erbarmen schlugen ihre Schwerter und Äxte auf alles Leben nieder. Manchmal noch weit über den Tod hinaus. Doch er wollte es nicht mehr. Seit er auf der Insel war hatte er sich zusammengerissen. Es war zu gefährlich.
Oh Grimm, was habe ich bloss getan! Du warst wie ein Bruder für mich! Ich werde es mir nie verzeihen können....
Er schüttelte diese Gedanken von sich. Er durfte nicht daran denken. Er hatte sich bemüht es zu vergessen. Jeder gierig getrunkene Krug Bier wusch ihm für eine gewisse Zeit die Schuld von der Seele. Und gerade jetzt würden ihn diese Gedanken daran hindern zu tun, was getan werden musste. Der Wolf musste weiterjagen. Der Zorn brannte bereits wie ein loderndes Feuer in ihm. Seine Umgebung nahm er nur noch verzerrt wahr, sein Denken reduzierte sich immer mehr auf das Denken eines jagenden Tieres, leergefegt von jeglicher menschlicher Emotion. Es war schon fast so weit. Doch tief in sich drin ein letzter Rest menschlicher Verstandes. Muss aufhören...bevor es zu spät ist...
Doch der Gedanke wurde immer schwächer. Der Wolf begann, die Kontrolle über ihn zu übernehmen. Das imponierend grosse Wolfsfell über die Schultern gezogen wirbelten seine Schwerter immer wieder durch die Luft, wie die Zähne eines zähnefletschenden Wolfes.
Es ist zu spät...zu spät
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