Kriegstagebuch

General roleplaying - No OOC-posts, please! / Allgemeines Rollenspiel - Bitte keine OOC-Posts!

Moderator: Gamemasters

Post Reply
User avatar
Nerian Finera
Posts: 583
Joined: Tue Nov 29, 2005 3:16 pm
Location: There can be only one

Kriegstagebuch

Post by Nerian Finera »

25. Chos
Rebellenlager, Südarragan

Meine Reise ist zuende. Nachdem wir die Wogen des Meeres überwunden hatten, legten wir klammheimlich an den Ufern im tiefsten Süden des Landes an und setzten Fuß auf das arraganische Festland.
Eine Eskorte bot mir Schutz, als wir den kurzen Weg zum Lager einschlugen. Dort angekommen wurde ich, entgegen meiner Erwartungen, nicht mit offenen Armen empfangen.
Noch nie hatte ich eine derart düstere Stimmung erlebt...bis auf den Tag, als der Hof Finera fiel.
Als ich dann doch endlich meinen Weg durch die riesige Ansammlung von Zelten und anderen provisorischen Behausungen gefunden hatte, traf ich auf Erathil.
Er wies mich ein und erklärte mir, dass ich dem Oredas - Battalion zugeteilt wurde, dessen Aufgabe es war, die gleichname Stadt anzugreifen und zurück zu erobern.
Da ich meine eigenen Waffen mit mir trug, musste ich auch nur dementsprechend mager ausgerüstet werden: Alles was ich bekam war ein Wappenrock, auf dem die blutrote Lilie abgebildet war, sowie einen Banner, der das selbige Symbol trug.

Vor wenigen Stunden ist auch der Schleier der Nacht auf uns niedergefallen, aber dennoch ist mir nicht nach Schlafen zumute. Der Gedanke an Gobaith hält mich wach...der Abschiedsschmerz war groß, größer als ich ihn mir erwartet hatte.
Zudem dringen andauernd die Schmerzensschrei der Verletzten an mein Ohr. Sie haben in mir nicht nur Angst, sondern auch Neugier geweckt und ich werde heraufwandern zu den "Lazaretten", die man hier eingerichtet hat.


27. Chos
Oredas, südliche Ruinen

Wir haben die Vorberge der Stadt und das Rebellenlager hinter uns gelassen und erreichten unser Ziel: Die Kleinstadt Oredas.
Die Offiziere rechneten mit einer starken Verteidigungslinie, des Feindes, die uns am Einrücken hindern würde. Stattdessen war uns der Weg geebnet, und obgleich wir alle den Trug spürten, der sich hinter der sicheren Fassade verbarg, marschierten wir in de Stadt ein.
Bald darauf hin peitschte Donnergrollen von allen Flanken heran und Felsbrocken, sowie einige Hexereien hagelten auf uns nieder.
Seitdem kauern wir unter zerstörten Häusern, kriechen durch Erdlöcher und halten unseren Ton ständig leise und ruhig.
So fest hatte ich mein Schwert noch nie umklammert. Die stählerne Rüste erschwert mir das Ringen nach Atem. Ich weiß nicht, wie lange es noch dauert, bis wir hier alle getötet werden. Aber ich fürchte mich so sehr, wie ich mich noch nie zuvor gefürchtet habe.
Der Gedanke daran, nieweder nach Gobaith zurück kehren zu können, lässt jeden Aufklang von Mut in mir verstummen.


Am selben Tag findet sich noch ein Eintrag unter dem selben Datum, jedoch hat das alte Papier einige Tropfen Blut aufgesogen

Die Offiziere haben uns erklärt, dass wir eingekesselt sind. Von allen Seiten werden wir von Linien des Feindes am Flüchten gehindert. Wir verfügen kaum noch über genügend Raum, um wirkungsvolle Manöver auszuführen.
Feratras, der Oberoffizier des Oredas Battalions, sagte, dass es wichtig sei, durchzubrechen, und das wir unbedingt mehr Platz bräuchten. Man will seinen Befehlen folgen und die wenige Kavallerie, die wir unter größeren Gebäuderuinen verbergen, soll den Hauptteil dieser Aufgabe übernehmen: Sie werden vorreiten und den Feind schwer anschlagen, danach werden die Fußtruppen nachstochern und den letzten "Unrat", wie es Feratras nannte, beseitigen.
Ich hoffe, inständig, dass ich diese Schlacht überlebe.
Folgendes wurde hastig in das Buch gekritzelt:
Kampfgeschrei...









28. Chos
Die Schlacht ist vorüber

Ich kann es kaum glauben; ich lebe! Die Schlacht bei Oredas ist gewonnen. Aber obgleich ich mich wie ein Held fühle, bin ich zugleich betrübt.
Seite an Seite kämpfte ich mit meinen Kameraden, und musste zusehen, wie viele von ihnen den grässlichen Zaubern des Feindes zum Opfer wurden, als wir die Linien sprengten.

Ein Zeichen der Verluste zeigt sich auf dem vorherigen Blatt: Einige Blutstropfen haben sich darauf festgesetzt, die von einem meiner Genossen stammten, welcher an meiner
Seite von einem Pfeil in den Kopf getroffen wurde, als er sein Haupt nur kurz erhob.

Sie setzten von simplen Explosions - Elixieren, bishin zu einem Zauber, den man "Schattengriff" nennt, alles ein. Ein breites Spektrum an Hindernissen, wurde uns entgegengestellt, aber wir kämpften und siegten, zwar unter Verlusten, aber doch.
Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit auf Rückkehr.
Aber es ist nun Zeit, weiter zu rücken. Bald wird der Befehl zum Marsch gegeben und die nächste Schlacht steht uns bevor.


29. Chos
Meneafis

Eine kleine Anhöhe bietet sich uns dar, und spendet trügerische Sicherheit, vor den Blicken der Hexer. Wir haben unser Lager aufgeschlagen, nachdem wir aus einigen kleinen Scharmützeln und schwachem Feindkontakt siegreich hervor gingen.
Ich war wieder bei den Verletzen:
Es war schrecklich! Sie schrien, sie schrien, als würde man Salz in eine offene Wunde streuen. Teilweise forderten ihre Rufe sogar nach ihrer Mutter, was mich nachdenklich stimmte. Andere klangen hoch, um die Götter anzurufen, sie nach einem Grund zu fragen.
Sie durften nicht vom gleichen Glück kosten, wie ich, und man müsste sich beinahe schämen, unverletzt aus der Schlacht gekommen zu sein; Hier wird einem erst klar, was man am Frieden hat.

Die Nacht wird bald hereinbrechen, und wenngleich unsere erste Schlacht vorüber ist, führen die Heiler und Priester einen Krieg, der noch viel weiter reicht, als über irdisches Reichtum: Sie kämpfen um die Leben, zahlreicher.

Es wird Zeit meine Waffen zu schärfen und mich vorzubereiten auf den nächsten Kampf.



30. Chos
Bereitmachen zum Sturm

Meine Waffen sind bereit, und die Sonne erhebt langsam ihr Haupt. Die Männer finden sich langsam ein, um anzugreifen.
Ich bin gespannt, was diesmal auf uns lauert und nur noch halb so verängstigt, wie beim letzten Angriff. Da der Schatten der Unkenntnis, über den Krieg, von mir genommen wurde, und ich mir nun ein Bild von der Situation machen kann, hat der Schrecken für mich stark abgenommen.
Aber dennoch wird ein Gebet nicht schaden. Malachin soll uns auch heute wieder beistehen, bei der Schlacht, die uns bevorsteht.

Die Taktik wird einfach sein:
Schnelle Deckung suchen und den Feind "nadeln", wie es die Offiziere zu nennen pflegen, was bedeutet, dass wir unser Gegenüber mit kleinen Salven und wenigen schwachen Zaubern von Seiten der Magier, langsam abschwächen werden, ehe die feindliche Stellung sturmreif ist.
Wir wurden heute schon mit Explosions - Elixieren ausgestattet, die uns beim "Nadeln" helfen sollen.

Die Offiziere geben den Befehl, es wird Zeit.



Jene Zeilen, die gleich folgen werden, wurden mehr gekritzelt, als geschrieben und deuten auf einen geschwächten Schreiber hin, da an zahlreichen Punkten Linien von Buchstaben fehlen, da wohl die Feder abgesetzt wurde

1. Elas
Der Tag verdunkelt, die Nacht klärt sich

Ich spüre, wie alles um mich vergeht. Mit Eifer war ich zur Schlacht angetreten und mit einem Rückschlag belohnt. Vielleicht war ich aber auch nur übermütig, anstatt eifrig...jedenfalls habe ich kaum noch Kraft zu schreiben.
Auch wenn ich wusste, was dort wartete, konnte ich meinem Schicksal nicht entgehen.
Tiefe Wunden haben sich in mein Fleisch gegraben und klaffen nun darin hervor. Die Heiler können mich kaum noch am Leben halten.
Zum Abschluss mit meiner Vergangenheit zog ich nach Arragan und nun bin ich nur noch ein sterbender Soldat, der eher mit seinem Leben, als mit seiner Vergangenheit abschließen wird.
Die letzte Zeit nutze ich noch, um zurückzudenken an Gobaith und ob man mich dort schon vergessen hat. Jedoch bin ich froh, nichts versprochen zu haben...welch eine Schande wäre es auch, würde ich mein Wort nicht halten können.
I c h

Hier endet der Eintrag plötzlich[/i]
User avatar
Nerian Finera
Posts: 583
Joined: Tue Nov 29, 2005 3:16 pm
Location: There can be only one

Post by Nerian Finera »

4.Elos
Erneut ergrellt der Tag

Langsam aber sicher verheilen meine Wunden, dank der hartnäckigen Pflege der Heiler, die mich gar rührend umsorgten. Auch wenn ich nun himmelhoch jauchzen sollte, halte ich mich in meiner Fröhlichkeit etwas zurück. Die physischen Wunden vergehen wieder, abgelöst von heilem Fleisch, aber die psychischen Verletzungen werden bleiben.
Bis ich wieder in den Kampf ziehe, werden noch ein paar Tage vergehen müssen, spätestens dann, jedoch, muss ich bereit sein, wie noch nie.
Als nächstes steuern wir den Kern der feindlichen Aktivitäten an: Den Hexenkessel. Er wird unser nächstes Angriffsziel sein.
Schon im vorhinein möchte ich diese Schlacht mit "Die Schlacht des stolzen Wahnsinns" betiteln.
Durchaus wird dieser Kampf, der wahnsinnigste, der in der Geschichte Arragans je geführt wurde.

10. Elos
Auf ein Neues

Morgen werde ich wieder abrücken, wir nähern uns unserem Ziel, Kreanis, müssen aber vorher noch den Hexenkessel und den ein oder anderen Vorposten bewältigen. Es wird nötig sein, hart zu kämpfen, wenn wir den Sieg erringen wollen.
Kameradschaft soll, laut Feratras, unsere Stütze sein, auf dass wir nie fallen. An Freundschaft, jedoch, ist hier kaum zu denken; Die Sterblichkeitsrate ist viel zu hoch, als dass man sich hier mit irgendjemandem anfreunden könnte.
Hohle Worte können ausgetauscht werden, aber eine Freundschaft wird sich hier nie entwickeln; Jedes Kennenlernen wird von den Regeln der Sterblichkeit verhindert.
Wahre Kameraden findet man eben nur auf Gobaith, und ich will mich hier noch durch die letzten Schlachten schlagen, damit ich möglichst bald zurückkehren kann.
Lins Köstlichkeiten werden mir helfen, die schweren Zeiten zu überstehen. Alle anderen leiden unter der schlechten Versorgung und somit bleibt mir auch nichts anderes übrig, als zu teilen, was zu meinem Bedauern geschieht.
Schade, dass ich bisher noch keinen Brief schreiben konnte. Es gibt leider keinen Weg, ihn nach Gobaith zu transportieren.

13. Elos
Leranos

Wir stehen nun vor dem nächsten Schlachtfeld, auf dem wir kämpfen werden: Leranos.
Bis hierher haben wir uns den Weg freigeräumt und vor uns liegt nicht mehr viel, bis zum Hexenkessel. Nämlich Leranos und Gedorean auf den Staubebenen, der letzte Vorort des feindlichen Lagers.
Leranos liegt neben dem Miredas (einem Fluß, der weit ins Landesinnere reicht) und von Osten her dringt der Gestank der Sümpfe von Hendras heran.
Die restlichen Battalione, die sich eines anderen Weges bedienten, als wir, werden schwierigere Hürden zu bewältigen haben.
Ich hörte von einer Niederlage der Blutroten Lilie bei Turosin, einer Stadt südlich der Wälder von Nindras, die den Fuß des Tireaas - Gebirges bedecken.
Ein anderer Trupp wird vorraussichtlich heute noch in der Senke von Koras, bei der Stadt Deladin ein Gefecht bestehen müssen.
Ich bin froh, dass unser Regiment der Küste folgte, so haben wir uns weitaus größeres Leid erspart, als es uns in den Tiefen des Landes erwartet hätte.
Zur Zeit warten wir, auf den Trupp von Deladin, der uns helfen soll, Leranos zu überleben. Jede Sekunde erscheint eine Ewigkeit zu sein, weswegen ich hoffe, dass wir bald losrücken, damit wir den Krieg langsam dem Ende zuführen können.
Post Reply