Der Ruf der Heimat

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Nerian Finera
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Der Ruf der Heimat

Post by Nerian Finera »

Knarrend fand das Schiff langsam seinen Platz am Hafen Gobaiths. Einige Seemänner verliessen das hölzerne Transportmittel und setzten ihren Fuß an Land.
Nerian stieß zu jenen hinzu, jedoch verhüllt, wie er für gewöhnlich nie gesehen wird.
Schulterklopfen und freundschaftliches Gestikulieren zeugten von einer alten Freundschaft zwischen den rauen Gestalten und dem jungen Mann.
"Nerian! Da haben wa' dich ja!" rief einer der Seefahrer dem jungen Finera zu.
"Anekfil...euch habe ich ja...eine Ewigkeit lange nicht gesehen! Wie steht der Wellengang?", erwiderte Nerian.
Aber da änderten sich die Mienen der alten Freunde und auch der anderen Zuschauer, die sich um ihren Kapitän Anekfil versammelt hatten.
"Nun...Nerian...Ick bin nich' da, um einen netten Plausch mit dir zu halten. Es gibt Kunde aus Arragan"
Nerian konnte die düstere Atmosphäre, die ihn umwölkte regelrecht schmecken.
"Nichts Gutes, nehme ich an."
"Man kann's sehen wie man will..."
"Nun sag' schon, Anek."
Anekfil entwich ein Seufzer und er richtete einen ernsten Blick an Nerian, als er ihm eine n Umschlag reichte.
Der Botschafter ergriff diesen und öffnete ihn langsam. Darin befand sich ein Brief, den er sich sogleich zu Gemüte führte.
"Lieber Nerian,
Ich hörte, dass du noch am Leben bist. Unglaublich, wenn man bedenkt, mit welcher Effektivität und Brutalität die Dämonen vorgingen.Aber eine Bewegung tapferer Menschen hält sich noch, auch wenn ein Großteil der Bevölkerung Süd-Arragans ausgerottet wurde.
Diese Bewegung führt unter dem Zeichen der blutroten Lilie den Kampf, der das Schicksal Arragans entscheiden wird. Dennoch ist die Rebellenbewegung geschwächt und wir verlieren Tag für Tag Männer an den Hunger oder an das Schwert des Feindes.
Wir benötigen um jeden Preis Verstärkungen und ich hörte, dass dir eine militärische Ausbildung auf Gobaith gegönnt wurde. Sowie ich davon hörte, dass du Mitglied des legendären Ordens der Grauen Rose wurdest.
Du bist nun ein Mann, nicht mehr ein Kind, wie ich dich in Erinnerung habe.
Die Blutrote Lilie braucht dich hier. Der Feind ist geschwächt und wir sind bereit zum Gegenschlag auszuholen.
Ich weiß, dass du dich fürchten wirst, vor den Schrecken, die sich uns Tag für Tag entgegenstellen. Aber du wirst ein Teil sein, der uns hilft, diesen Schrecken zu vernichten.
Inständig hoffe ich, dich bald hier im Lager anzutreffen. Weitere Auskunft zu unserem Standort kann dir Anekfil geben.

Bis dahin verbleibe ich als,
Erathil von Weißhafen"

Nerians Blick wurde erfüllt von Entsetzen, dass in ihm hochstieg. Die Angst die sich anbahnte, liess sich durch kein Mittel abwehren.
"Anekfil...ich...ich..."
"IcK weiß, Nerian, Ick weiß. Wir werden hier warten, bis de fertich bist und dene Entscheidung jetroffen hast."
"I...ist gut...ich...mir ist das Feiern vergangen..ich werde zur Burg hochgehen...es gibt einiges zu besprechen..."
"Gut...auf Bald denne, Nerian. Und sieh zu, dass de dich richtich entscheidest, ja?"
"Sicher...Sicher"
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Nerian Finera
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Post by Nerian Finera »

Der Krieg...das Sterben tausender und abertausender Männer auf dem Schlachtfeld.
Nerian hatte sich auf einem der Stühle in der burgeigenen Bibliothek niedergelassen und das lodernde Feuer spendete ihm sanfte Wärme. Zuvor hatte er Linella und Aleytys getroffen, die er beide an dem teilhaben liess, zu was er aufgefordert worden war.
"10 Jahre....10 Jahre, seit ich aus Arragan weggegangen bin...und nun fordern sie meinen Dienst an der Waffe... Erathil...der Vater Nalc's. Was weiß er schon...maßt sich an, mich in den Krieg zu holen...und mir damit vielleicht auch das Leben zu nehmen. Vielleicht...bestimmt sogar..."
Nocheinmal zückte er den Brief, den er in seiner Tasche untergabracht hatte und ließ dessen Worte auf sich einwirken. Ein Schmerz entbrannte in ihm, als würden die Höllenfeuer selbst, ihn umtanzen. Einst hatte er sich den Tod gewünscht, doch nun wünschte er sich Frieden, der ihm nicht gegönnt war.
"Ich kann nicht ablehnen...Immer habe ich mir gewünscht, mit der Vergangenheit abzuschliessen...und jetzt bietet sich mir die Gelegenheit."
Das laute Selbstgespräch ging in leises Murmeln über:
"Aber ich fürchte mich...so, wie ich mich damals am Hof Finera gefürchtet habe..."
Aleytys meinte, dass er hier nicht in Vergessenheit geraten würde...und schon gar nicht in ihren Gedanken.
Nerian entfuhr ein Seufzer. "Ich hoffe die Rose vergisst mich ebenso wenig...und ich hoffe, dass sie mich nicht aus dem Eid entbinden...oder wer weiß was. Immerhin war ich ihnen immer treu...habe immer versucht, mein Bestes zu geben. Der Graf wird das schon verstehen...hoffe ich zumindest."
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